Wacken: Das ändert sich beim Bier
Jährlich werden bei dem Wacken Open Air rund 85.000 Heavy-Metal-Fans erwartet. (Symbolbild) Foto: Axel Heimken/dpa
Das Wacken-Festival senkt zum Jubiläum den Bierpreis und stellt größere Becher bereit.
Wacken. Festival-Mitbegründer Thomas Jensen sieht das Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken beim Bierkonsum auf einem Spitzenplatz. „Wir können uns auch mit dem Oktoberfest leicht messen, was mir als Norddeutschem natürlich wichtig ist, mit dem Süden mitzuhalten“, sagte der Festivalveranstalter der Deutschen Presse-Agentur. Das 35. Wacken-Open-Air (W:O:A) geht vom 29. Juli bis zum 1. August.
Genaue Angabe zum Bierkonsum der erwarteten mehr als 80.000 Metalheads, wie sich die Szene selbst nennt, will Jensen zwar nicht machen. „Aber es ist viel, sehr viel.“ Zwar handele es sich bei den Zahlen der einzelnen Musikfestivals und Veranstaltungen um Betriebsgeheimnisse, zu denen sich Brauereien nicht äußerten. „Aber wir liegen ganz sicher im oberen Drittel aller Veranstaltungen in Deutschland.“
Festivalveranstalter Thomas Jensen zapfte einst selbst im Landgasthof. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
Aus Anlass des Jubiläums - das 1990 gegründete Festival findet in diesem Sommer zum 35. Mal statt - haben die Veranstalter den Bierpreis um 70 Cent je Liter auf 13,80 Euro pro Liter reduziert. Bei der neuen Bechergröße von 0,5 Liter sind es passend zum Jubiläum 35 Cent weniger. „Das soll ein Signal an unsere Fans sein, damit einer richtigen Party nichts im Wege steht“, sagte Jensen.
Noch wenige Tickets
Das W:O:A gilt als eines der größten Heavy-Metal-Festivals weltweit. Für diesen Sommer haben unter anderem die Bands Judas Priest, Def Leppard, Powerwolf, Hämatom, In Flames und Saxon sowie Heavysaurus, Uli Jon Roth, Arch Enemy, Yngwie Malmsteen und Rose Tattoo zugesagt. Zu dem Festival in Wacken mit seinen insgesamt acht Bühnen werden jährlich rund 85.000 Fans erwartet.
Im Unterschied zu vergangenen Jahren haben Kurzentschlossene noch Chancen, eine Karte zu kaufen (349 Euro). Das Festival ist noch nicht ausverkauft. „Das Gros der mehr als 80.000 Karten haben wir bereits in den ersten 24 Stunden nach Vorverkaufsstart verkauft“, sagt Jensen. „Es sind noch einige wenige Tickets vorhanden. Das wird sich in den kommenden Tagen aber wahrscheinlich ändern.“
Den Begriff Jubiläum mag Jensen nicht so gerne. „Wir wollen ja nach vorne schauen“, sagt der 60-Jährige. Mit 800 Fans fing es 1990 an. Dem im Vergleich zu den Vorjahren etwas schleppenden Vorverkauf gewinnt er etwas Positives ab. „Wir merken, dass in diesem Jahr nochmal mehr Fans aus dem Ausland kommen, weil diese etwas mehr Zeit zur Vorbereitung hatten. Es ist ja nicht so einfach, wenn ich aus Paraguay oder Brasilien komme, der große Preisdruck kommt durch die Reisekosten.“
Zeichen setzen
„In diesem Jahr steigt nochmal der Anteil ausländischer Fans in Wacken“, sagt Jensen. Ob es damit das internationalste der deutschen Musikfestivals ist? „Ich würde fast sagen und wir wollen diesen Anteil noch ausbauen.“ Jensen und sein Mitstreiter Holger Hübner reisen regelmäßig ins Ausland.

Gemeinsam mit Holger Hübner will Jensen das Festival noch internationaler machen. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Für den Festival-Mitgründer geht es auch darum, Ende Juli auf Wackens Wiesen in Zeiten internationaler Krisen und Kriege ein Zeichen zu setzen. Es ginge darum, die Menschen mit Heavy Metal zusammenzubringen. „Wir wollen diesem ganzen Dividing-Trend, also dass die Menschheit sich polarisiert beziehungsweise auseinanderdividiert, etwas Positives entgegensetzen.“
Der Aufbau auf den Wiesen des kleinen Dorfs im Kreis Stormarn mit gut 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist bereits im Gange. Es stehen bereits erste Zelte. Nach den Wetter-Kapriolen des Vorjahres, als tagelange Regenfälle Teile des Geländes unter Wasser gesetzt hatten, hofft Jensen auf Sonnenschein. „Wir sind mal wieder mit Sonne dran“, sagt er.
Neue Wege
Und wenn doch nicht, haben die Veranstalter vorgesorgt und viele Wege und auch einen Teil des sogenannten Infields vor den Hauptbühnen befestigt, unter anderem einen 800 Meter langen Schotterweg, vor allem für Rettungskräfte.
„Wir haben vor allem Wege zwischen den Bühnen und auf dem Gelände befestigt, das war das eigentliche Problem 2025“, sagt Jensen. „Die Fans müssen zu den Bühnen sowie auch zu den Essens- und Getränkeständen kommen können. Diese hochfrequentierten Bereiche wollten wir besser schneller erreichbar und wetterbeständiger machen.“ Die Kosten dafür lägen bei deutlich über einer halben Million Euro. „Und das soll erst der Anfang sein.“