Ukraine-Krieg: Soldaten beenden ihren Corona-Einsatz im Landkreis Stade vorzeitig
Soldaten der Bundeswehr unterstützen das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung nach Corona-Infektionen. Foto: Berlin
Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Arbeit des Kreis-Gesundheitsamts: Sechs Bundeswehr-Soldaten haben seit Anfang des Jahres bei der Corona-Kontaktnachverfolgung unterstützt. Am Freitag beenden sie ihren Einsatz.
Die Bundeswehr wird angesichts des Kriegs in der Ukraine wieder stärker in ihrer eigentlichen Funktion benötigt, erklärte das Landeskommando Niedersachsen. „Zurzeit werden die Kommunen gebeten, sich auf eine Reduzierung einzustellen und, wenn möglich, bereits eingesetzte Soldaten freizustellen.“
Sie halfen neun Wochen lang aus
Die Soldaten vom Seedorfer Fallschirmjägerregiment 31 unterstützten das Kreis-Gesundheitsamt rund neun Wochen lang. Möglich wurde der Einsatz durch ein Amtshilfeersuchen, das der Landkreis im Dezember 2021 während der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante gestellt hatte. Ursprünglich war der Einsatz für drei Monate vorgesehen. Der Stader Landrat Kai Seefried bedankt sich für die Unterstützung und wünscht den Soldaten alles Gute für die Zukunft, „die in diesen Tagen so ungewiss und zugleich bedrohlich ist, wie seit Jahrzehnten nicht mehr.“
Anfang März unterstützte die Bundeswehr die Kommunen in Niedersachsen nach eigenen Angaben noch bei 41 Corona-Hilfseinsätzen mit rund 350 Soldaten. Die meisten von ihnen (rund 320) wurden demnach in den Gesundheitsämtern eingesetzt, meist zur Kontaktnachverfolgung. Aber auch bei Impfkampagnen, in Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen waren die Helfer in Uniform gefragt.
In Sachen Corona mahnt der Landrat weiterhin zur Vorsicht: „Die Inzidenz steigt wieder. Daher mein eindringlicher Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Auch wenn verständlicherweise der Ukraine-Krieg derzeit im Mittelpunkt der Berichterstattung und der eigenen Wahrnehmung steht, bleiben Sie bitte vorsichtig, um Ansteckungen zu vermeiden.“
Soldaten halfen auch in Alten- und Pflegeheimen aus
Bereits im November 2021 leisteten Soldaten des Cuxhavener Marinefliegergeschwaders Amtshilfe bei der Pandemiebekämpfung. Sie entlasteten nach einem größeren Corona-Ausbruch im Seniorenheim Bergfried in Guderhandviertel das Pflegepersonal. Außerdem halfen Soldaten im Sommer 2020 in verschiedenen Alten- und Pflegeheimen im Landkreis Stade aus, als es teilweise zu dramatischen Corona-Entwicklungen kam. (pm/dpa/fe)