Handy in Schlagloch löst Großalarm in Hagenah aus
Weil am anderen Ende der Leitung niemand reagierte, musste von einem echten Unfall ausgegangen werden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Kleines Gerät, große Wirkung: Darum rückten am Sonntagnachmittag gleich vier Feuerwehren im Landkreis aus.
Hagenah. Skurriler Feuerwehreinsatz am Sonntagnachmittag in Hagenah: Wie Rolf Hillyer-Funke, Sprecher der Feuerwehren der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, am Montag mitteilt, habe die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen um 15 Uhr die Feuerwehren Hagenah, Heinbockel, Oldendorf und Wiepenkathen alarmiert, nachdem ein automatisch ausgelöster Notruf empfangen worden war.
„Die Alarmierung war durch ein iPhone-Handy automatisch ausgelöst worden und ein Kontakt zu einem Anrufer war nicht möglich“, berichtet Hillyer-Funke. Derartige automatische Auslösungen durch Mobiltelefone können bei Unfällen erfolgen, wenn durch den Aufprall des Telefons die Alarmierung ohne Sprechverbindung mit einer Person in Gang gesetzt wird, erklärt der Feuerwehrsprecher.
Ortsbrandmeister der erste am vermeintlichen Unfallort
Passiert sein sollte der Unfall laut übertragener Standortdaten in Hagenah an der Alte Dorfstraße. Neben den Feuerwehren rückten auch Rettungsdienst und Polizei nach Hagenah aus.
Erste Einsatzkräfte der Feuerwehr, die ohnehin auf dem Weg zum Feuerwehrgerätehaus waren, erreichten den Angaben zufolge den vermeintlichen Unfallort, „konnten aber keine Unfallbeteiligten finden“, so Hillyer-Funke.
Ortsbrandmeister Carsten Lawrenz habe ein paar Kinder gefragt, die sich in der Nähe aufhielten, ob sie einen Unfall beobachtet hätten oder eine hilflose oder verletzte Person gesehen hätten. Die Kinder konnten nicht weiterhelfen, sodass der vermeintliche Unfallort genauer in Augenschein genommen worden sei. Mit Erfolg.
iPhone landet in Dorfstraßen-Schlagloch
In der Kurve im Einmündungsbereich zur Straße Trift habe Lawrenz in einem Schlagloch ein iPhone gefunden. „Das nahezu unbeschädigte Mobiltelefon war wahrscheinlich von einem Fahrzeug gefallen und hatte nach dem Sturz infolge des Aufpralls einen automatischen Notruf gesendet. Im Display waren fremdländische Schriftzeichen erkennbar“, sagt Hillyer-Funke.
Lawrenz habe die Leitstelle informiert. Weitere Feuerwehrkräfte konnten ihre Alarmfahrten abbrechen.
Das iPhone wurde anschließend der Polizei ausgehändigt, die sich um die Herkunft des Mobiltelefons kümmere. Hillyer-Funke: Am Ende konnte positiv festgestellt werden, dass keine Personen zu Schaden gekommen waren.
Feuerwehrsprecher: Automatische Alarmierung hilfreich
Und der Feuerwehrsprecher betont dennoch: Generell könne festgestellt werden, dass Mobilfunktelefone und andere Geräte (etwa Uhren) im Notfall schnell wichtige Standorte mitteilen können. In diesem Fall zwar nicht, in anderen Fällen aber konnten durch automatische Alarmierungen Feuerwehren und Rettungskräfte frühzeitig zu Hilfeleistungen ausrücken - und auch Leben retten. (pm/tip)
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