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Müllsünder entsorgen illegal Abfall in Sauensiek

Die Stader Polizei fragt: Wer hat diesen Sondermüll verbotenerweise in der Samtgemeinde Apensen entsorgt.

Die Stader Polizei fragt: Wer hat diesen Sondermüll verbotenerweise in der Samtgemeinde Apensen entsorgt? Foto: Polizei

Rüstjer Forst, Horneburg und jetzt auf der Geest: Umweltfrevler haben wieder Sondermüll illegal in der Region entsorgt.

Von Redaktion Freitag, 13.03.2026, 04:50 Uhr

Landkreis. Wieder haben Umweltsünder im Landkreis Stade zugeschlagen: Die Unbekannten haben in Sauensiek in der Straße Zum Litberg sieben Kanister mit Altöl hinter die Altkleider- und Papiercontainer geworfen, berichtet der Stader Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz und wegen unerlaubten Umgangs mit Abfall eingeleitet.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Umweltdelikt geben können oder die möglicherweise die Kanister wiedererkennen, können sich unter der Telefonnummer 04167/ 699240 bei der Polizeistation in Apensen melden.

Sondermüll an der B73 in Horneburg entsorgt

Einen weiteren Vorfall gab es am Wochenende: Altöl-Behälter wurden in der Bürgermeister-Löhden-Straße auf dem Parkplatz hinter dem Freibad entsorgt, so der Polizeisprecher. Insgesamt wurden 16 Behälter, augenscheinlich mit Altöl gefüllt, an der Lärmschutzwand zur B73 deponiert.

„Der Sondermüll muss jetzt auf Kosten der Gemeinde entsorgt werden“, sagt Bohmbach. Aktuell gebe es in diesem Fall noch keine Hinweise auf den oder die Täter, Zeugen können sich an die Horneburger Wache (Telefonnummer 04163/828950) wenden.

Diesen Müll haben Unbekannte in den Rüstjer Forst geworfen.

Diesen Müll haben Unbekannte in den Rüstjer Forst geworfen. Foto: Polizei

Ein aufmerksamer Spaziergänger machte Ende Februar eine unschöne Entdeckung. Unbekannte hatten im Rüstjer Forst bei Issendorf etwa 20 blaue Müllsäcke entsorgt.

Ein Teil der Säcke landete direkt im Gewässer. Der Inhalt bestand aus Bauschutt, diversen Kanistern und Spraydosen – Stoffe, die eine echte Gefahr für die Umwelt und dort lebende Tiere darstellen. Zeugen können sich bei der Harsefelder Polizeiinspektion (Telefonnummer 04164/ 888260) melden. Eine weitere illegale Müllentsorgung gab es mitten im Rüstjer Forst bereits zu Beginn des Jahres.

Strafen für die illegale Entsorgung von Altöl

Illegale Müllentsorgung ist beispielsweise bei Gewässer- oder Bodenverunreinigungen strafbar, so die Polizei. Sie ist aber immer mindestens eine Ordnungswidrigkeit und kann mit hohen Bußgeldern geahndet werden.

Wer Altöl in Niedersachsen lagert, ablagert oder behandelt, zahlt laut Bußgeldkatalog je nach Menge eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro:

  • bis 5 Liter kosten 50 bis 100 Euro
  • bis 20 Liter 100 bis 500 Euro
  • über 20 Liter 500 bis 25.000 Euro

Ähnlich hoch sind die Strafen, wenn Mineralöl in niedersächsische Gewässer gelangt. Landen weniger als 5 Liter Mineralöl in oberirdischen Gewässern, kann eine Geldstrafe von bis zu 2500 Euro verhängt werden. Bei mehr als 5 Litern sind es bis zu 25.000 Euro. Bis zu 25.000 Euro können ebenfalls verhängt werden, wenn das Öl ins Grundwasser gelangt. Andere Bundesländer sind deutlich rigoroser: Bis zu 100.000 kann das Bußgeld dafür betragen.

In Einzelfällen kann die illegale Altölentsorgung auch den Straftatbestand nach §326 StGB erfüllen. Dieser kann mit einer Haftstrafe von bis zu 5 Jahren geahndet werden.

Wo im Landkreis Stade Altöl entsorgt werden kann

Altöl darf grundsätzlich nicht im Hausmüll oder in der Umwelt entsorgt werden.

Kostenlos können Privatpersonen haushaltsübliche Mengen in Geschäften abgeben, die Motoröl verkaufen. Allerdings ist das Geschäft nicht verpflichtet, Altöl anzunehmen, das nicht dort gekauft wurde, und kann einen Nachweis, zum Beispiel einen Kassenbon, verlangen. Ist der Beleg verloren gegangen, kann das Geschäft die Annahme verweigern oder eine Gebühr für die Entsorgung verlangen. Je nach Art des Öls sind das laut ADAC zwischen 5 und 15 Euro pro Liter.

Eine weitere Möglichkeit, Altöl, aber auch Gasflaschen und Feuerlöscher zu entsorgen, ist die Anlaufstelle für Sonderabfälle des Landkreises Stade. Das Abfallwirtschaftszentrum Stade-Süd (Klarenstrecker Damm 50) nimmt Sonderabfälle in haushaltsüblichen Mengen in fester und flüssiger Form entgegen. Für die Altöl-Entsorgung wird eine Gebühr von 1,44 Euro/kg fällig.

Zwar kann man beim Schadstoffmobil des Landkreises Stade ebenfalls Sondermüll abgeben - Altöl, Gasflaschen und Feuerlöscher sind jedoch von der Annahme ausgeschlossen.

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