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Frühlingserwachen

Autofahrer aufgepasst: Kröten & Co wandern wieder im Kreis Stade

Der Bestand der Erdkröten ist deutlich zurückgegangen.

Der Bestand der Erdkröten ist deutlich zurückgegangen. Foto: Frank Derer

Der Straßenverkehr macht Kröten, Frösche und Molche das Leben schwer. Der NABU bittet deshalb Autofahrer, auf Amphibien zu achten.

Von Redaktion Donnerstag, 05.03.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. Mit den ersten frühlingshaften Temperaturen beginnt auch in der Elbe-Weser-Region wieder die Amphibienwanderung. Sobald die Temperaturen auf etwa fünf Grad oder mehr steigen, erwachen Kröten, Molche und die ersten Frösche aus der Winterstarre.

„Krötenzäune“ schützen die Amphibien

Zahlreiche ehrenamtliche Naturschützer haben bereits sogenannte Amphibienzäune entlang vielbefahrener Straßen aufgebaut, um die Tiere sicher über die Straßen zu bringen.

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Umgangssprachlich werden diese Zäune auch „Krötenzäune“ genannt, da überwiegend Erdkröten in die an den Folienzäunen eingesetzten Eimer fallen – doch auch Grasfrösche, Teichfrösche oder Molche werden gefangen und sicher transportiert. Das teilt der Naturschutzbund NABU mit.

Tiere sind bei feuchter Witterung besonders aktiv

Alle Autofahrer werden gebeten, vor allem in der Dämmerung und nachts äußerst aufmerksam zu fahren und auf wandernde Amphibien zu achten. „Bei Regen und feuchter Witterung sind die Tiere besonders aktiv“, erklärt Jana Jensen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser.

„Die Krötenweibchen tragen bereits jetzt ihren Laich in sich – eine einzige Laichschnur kann bis zu 4000 Eier enthalten. Der Verlust nur eines einzelnen Weibchens kann dramatische Folgen für die Population haben.“

Daten geben Hinweise zur Bestandsentwicklung

Die an den Amphibienzäunen gesammelten Tiere werden nicht nur über die Straßen gebracht, sondern auch von Ehrenamtlichen bestimmt und gezählt. Über viele Jahre gesammelte Daten geben wertvolle Hinweise zur Bestandsentwicklung und unterstützen den Schutz der Arten.

Deutliche Bestandsrückgänge

Denn neben dem Straßenverkehr haben Amphibien unter Insektensterben, Umweltgiften und dem Verlust geeigneter Lebensräume zu leiden. Besonders bei ehemals häufigen Arten wie der Erdkröte und dem Grasfrosch sind deutliche Bestandsrückgänge bis hin zu lokalen Einbrüchen zu beobachten.

Aufruf: Funde bei HerpetoMap dokumentieren

Um die Bestände besser erfassen zu können, ruft der NABU Niedersachsen dazu auf, Funde in der Amphibien-Meldeplattform HerpetoMap zu dokumentieren. Dort werden Daten von ehrenamtlichen Amphibien- und Reptilien-Experten gesammelt und ausgewertet.

Wer selbst Amphibien entdeckt, kann Fotos mit Fundort und Erlaubnis zur Veröffentlichung per Mail an herpetomap@nabu-niedersachsen.de senden. Auch ohne fachliche Expertise kann so ein wertvoller Beitrag geleistet werden.

Bei Aufbau von Amphibienzäunen helfen

Der NABU lädt Interessierte ein, sich aktiv vor Ort einzubringen. Wer helfen möchte, kann sich an seine lokale NABU-Gruppe wenden, beim Aufbau von Amphibienzäunen mitmachen oder beim Krötensammeln unterstützen.

„Jede helfende Hand zählt – gemeinsam können wir den Amphibien einen sicheren Start in die neue Saison ermöglichen“, so Jana Jensen. (sal)

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