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Neue Linien

Busverkehr im Kreis Stade neu vergeben – Was sich alles ändert

Der Vertrag mit der KVG Stade gilt im Landkreis Stade vom 1. Januar 2027 an für die kommenden zehn Jahre.

Der Vertrag mit der KVG Stade gilt im Landkreis Stade vom 1. Januar 2027 an für die kommenden zehn Jahre. Foto: Florian Viebrock

Es ist offiziell, die europaweite Ausschreibung entschieden: Die KVG bleibt im Landkreis unterwegs, es gibt nur Änderungen bei Linien, Haltestellen und Bussen.

Von Redaktion 14.08.2026, 14:00 Uhr
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Landkreis. Der Landkreis Stade hat im Rahmen der Ausschreibung der Busverkehrsleistungen zum Jahresbeginn 2027 der KVG Stade GmbH & Co. KG den Zuschlag erteilt. „Wir setzen auf bessere Taktungen, neue Linien und den Ausbau der Elektromobilität“, sagt Landrat Kai Seefried in einer Mitteilung an diesem Freitag.

Für den Landkreis Stade endet damit die bisherige eigenwirtschaftliche Erbringung der Busverkehre. „An dem europaweiten Vergabeverfahren beteiligten sich fünf Anbieter, die KVG Stade lieferte das wirtschaftlichste Angebot“, erklärt Karsten Leist, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen, die den Landkreis im Bereich ÖPNV berät.

Die KVG bedient im Stader Landkreis bereits seit Jahrzehnten den Linienverkehr. Darüber hinaus bietet das Unternehmen mit rund 1000 Mitarbeitern Stadt-, Regional- und Schülerverkehre in den Landkreisen Cuxhaven, Harburg, Lüneburg und Soltau.

Von 2027 an: Sechs neue E-Busse gefordert

Die Vorgaben für die KVG als Anbieter im Landkreis Stade seien streng, betont die Landkreis-Verwaltung: So müssten sogenannte Niederflurbusse mit Rollstuhlplätzen und -rampen eingesetzt werden. Neu angeschaffte Fahrzeuge müssten klimatisiert sein und unter anderem über eine Videoüberwachung verfügen.

Entscheidender aber: Die im Landkreis eingesetzten Busse dürfen im Durchschnitt maximal neun Jahre alt sein. „Wir möchten den Fahrgästen den größtmöglichen Komfort bieten, um den ÖPNV attraktiver zu machen“, sagt Landrat Seefried: „Wichtig ist hier auch die Zahl der Elektrobusse.“ Sechs müssen zum Vertragsbeginn im Januar 2027 an den Start gehen, ab 2030 müssen 15 Prozent der gesamten Flotte großer Fahrzeuge elektrifiziert sein.

Klar geregelt ist zum Beispiel auch die Reinigung der Busse von innen und außen. Im Innenraum müssen Fußboden, Sitze, Haltestangen, Ablagen sowie die Fahrzeuginnenwände sauber, fleckenfrei und frei von klebrigen oder fettigen Rückständen sein, heißt es dazu: „Die Abfallbehältnisse sind regelmäßig zu leeren.“ Das Personal ist sei zudem angehalten, herumfliegenden Müll „bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zu beseitigen“.

Busverkehr im Kreis Stade: Diese Linien ändern sich

Zu den Angebotsverbesserungen zählen laut Mitteilung etwa die neue Linie 2090, die vor allem den Bereich Oldendorf besser anbinden soll, sowie die neue Busverbindung von Freiburg nach Cadenberge (Linie 2020) mit Anbindung an den Bahnhof Cadenberge. Weitere Beispiele:

  • Verlängert wird die Linie 2001 (Hagen – Stade – Haddorf) mit einigen Fahrten bis Mittelsdorf-Siedlung.

  • Bei der Linie 2007 (Agathenburg – Stade – Wiepenkathen) werden viele Touren, die bisher in Ottenbeck endeten, bis Agathenburg verlängert. Außerdem gibt es morgens und abends Zusatzfahrten zwischen dem Stader Bahnhof und dem Hügelweg.

  • Die Stader Spätrundfahrt (Linie 2021) wird eingestellt und durch zwei neue Linien (2009, 2010) mit besserer Taktung und direkteren Fahrten ersetzt. Diese beiden Linien werden sonntags auch tagsüber (neu ab etwa 9 Uhr) verkehren und das Angebot aufwerten.

  • In Buxtehude werden die Brunckhorstschen Wiesen durch die Linie 2101 besser angebunden, zudem wird die Anbindung an die Zugabfahrten am Buxtehuder Bahnhof nachgeschärft.

  • Die Betriebszeiten der Linien 2103 (Buxtehude – Nottensdorf) und 2104 (Buxtehude – Ketzendorf) werden am Sonnabend bis in den Abend hinein verlängert.

  • Mit der Linie 2104 (Buxtehude – Ketzendorf) werden wochentags zusätzliche Fahrten ins Gewerbegebiet Alter Postweg angeboten.
  • Für mehr Übersichtlichkeit verkehren nur noch die Fahrten von Neugraben nach Jork als Linie 257, es wird einen einheitlichen 120-Minuten-Takt geben.

  • Die neue Linie 2020 (Freiburg – Cadenberge) schafft eine direkte Anbindung an den Regionalzug sowie zusätzliche Fahrten zwischen Freiburg und Balje.
  • Zusätzliche Fahrten der Linie 2025 (Stade – Freiburg) ermöglichen morgens einen 30-Minuten-Takt von Drochtersen nach Stade.

  • Bei der Linie 2030 (Buxtehude – Wisch) gibt es vier neue Fahrten je Richtung zwischen Jork und Wisch sowie ein erweitertes Angebot zwischen Jork und Buxtehude.

  • Zusätzliche Fahrten sind auch auf der Linie 2035 (Buxtehude – Apensen) und auf der Linie 2038 (Buxtehude – Hollenstedt) vorgesehen.

  • Bei der Linie 2040 (Buxtehude – Finkenwerder) werden die Anschlüsse an die Fährlinie 62 verbessert, bei der Linie 2050 (Stade – Finkenwerder) werden zusätzliche Fahrten angeboten.

  • Die Linie 2053 (Horneburg – Steinkirchen) führt künftig über Guderhandviertel und erhält zusätzliche Abfahrten.

  • In nur 25 Minuten geht es fortan mit der Linie 2060 (Stade – Zeven) von Harsefeld nach Stade. Zudem werden in Harsefeld viele neue Haltestellen entlang der Buxtehuder Straße und Im Sande angefahren.

  • Die Linie 2027 (Stade – Gräpel) erhält die neue Liniennummer 2090 und ein deutlich verbessertes und übersichtlicheres Fahrtenangebot: Zwischen Himmelpforten und Oldendorf wird es bis zu dreimal mehr Abfahrten geben und auch sonntags werden Busse fahren.

  • Die Linie 2028 (Stade – Bremervörde) erhält die neue Liniennummer 2080 und einen neuen Linienweg über Groß Sterneberg und Hammah.

Hinzu kommen den Angaben zufolge „viele kleinteilige Anpassungen und Optimierungen auf fast allen Linien“. Über die Einzelheiten werde rechtzeitig informiert.

Optisch aufgewertet werden sollen im nächsten Jahr zudem die Haltestellen, die derzeit teilweise durch ausgeblichene Schilder oder beschmierte Wartehäuschen auffallen.

„Jahrzehntelange Geschichte der KVG weiterführen“

Jan Behrendt und Michael Fastert erklären als Geschäftsführer der KVG in der Mitteilung: „Wir freuen uns, dass wir uns im Wettbewerb mit unserem Angebot durchsetzen konnten und somit die jahrzehntelange Geschichte der KVG in der Region weiterführen und auch in den kommenden zehn Jahren in guter Zusammenarbeit mit dem Landkreis den ÖPNV für unsere Fahrgäste erbringen und gestalten können.“ (st)

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S
Stefan Klein
14.08.202615:34 Uhr

Im übrigen verstehe ich nicht, warum so eine Ausschreibung europaweit durchgeführt werden muss. Ein ÖPNV-Betreiber muss regional verwurzelt sein, was bei der KVG glücklicherweise der Fall ist. Die Ausschreibung sollte maximal auf Norddeutschland beschränkt bleiben, alles andere haben sich lebensfremde Bürokraten ausgedacht.

S
Stefan Klein
14.08.202614:01 Uhr

Es ist schön, wenn es demnächst Verbesserungen im Busverkehr geben soll. Die übertriebenen Lobeszeilen auf KVG und Landkreis kann ich jedoch nicht verstehen, da hätte ich mir vom Tageblatt mehr journalistische Distanz gewünscht. Es gibt im Busverhehr nämlich noch zu viele Zustände, die verbesserungswürdig sind. Es ist zumindest Beispiel höchst unbefriedigend, dass die Linie 2101 stadteinwärts selbst an Werktagen nur einmal in der Stunde fährt. Oder dass es am Sonntagvormittag überhaupt keinen Busverkehr in Buxtehude gibt. Daran sollten KVG und Landkreis arbeiten, statt für das Tageblatt diese öffentliche Selbstbeweihräucherung zu inszenieren. Wer fragt denn die Fahrgäste, was sie sich wünschen? Davon lese ich hier überhaupt nichts.

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