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China-Einbruch

Es wird ein schwaches Jahr für die deutschen Autobauer

Die deutschen Autohersteller können immer weniger Autos in China verkaufen. (Archivbild)

Die deutschen Autohersteller können immer weniger Autos in China verkaufen. (Archivbild) Foto: Sina Schuldt/dpa

Der Absturz des chinesischen Markes drückt die Verkaufszahlen der hiesigen Hersteller ins Minus. Manche wie BMW können mit anderen Märkten zumindest teilweise ausgleichen. Bei anderen kommt es dicke.

Von Christof Rührmair und Julian Weber, dpa 13.10.2026, 13:05 Uhr
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München/Wolfsburg/Stuttgart. Mercedes, Volkswagen, Audi und jetzt auch BMW: Die deutschen Autokonzerne steuern auf ein Jahr mit schwachen Verkäufen zu. Im dritten Quartal sind die Auslieferungen bei allen Herstellern zurückgegangen. Überall schmerzt der Einbruch des chinesischen Marktes.

Manche können mit anderen Märkten zumindest Teile davon ausgleichen. So zum Beispiel BMW. Die Münchner haben als letzte ihren Absatz von Juli bis September vorgelegt. Die Spanne der Rückgänge bei den Auslieferungen liegt zwischen gut 6 bis fast 20 Prozent. Die Zahlen sind angesichts der etwas unterschiedlichen Berechnung nicht eins zu eins miteinander vergleichbar, zeigen aber dennoch eine Entwicklung auf. Ein Überblick: 

BMW - Spartanburg und Neue Klasse helfen

Die Münchner müssen auf Konzernebene einen Rückgang von 6,3 Prozent auf gut 551.000 Fahrzeuge hinnehmen. Damit kommen sie mal wieder am glimpflichsten davon. Dabei hat es auch sie in China hart erwischt: Dort geht es um fast ein Viertel auf gut 114.300 Autos nach unten. Allerdings legt BMW in Europa dank starker Nachfrage nach Elektroautos wie dem neuen iX3 um 2,7 Prozent auf rund 235.600 Autos zu. Und in den USA profitieren die Münchner vom Werk in Spartanburg, das ihnen bei vielen Autos die Zölle erspart und können hier ebenfalls zulegen - um 2,5 Prozent auf mehr als 106.700 Autos. 

Der ix3 als erstes Elektroauto der Neuen Klasse hilft BMW mit hoher Nachfrage. (Archivbild)

Der ix3 als erstes Elektroauto der Neuen Klasse hilft BMW mit hoher Nachfrage. (Archivbild) Foto: Sven Hoppe/dpa

Blickt man auf die ersten neun Monate des Jahres, kommt der Konzern mit 1,71 Millionen Fahrzeugen auf einem Rückgang von 4,9 Prozent. Die Kernmarke entwickelt sich bei alledem minimal schlechter als der Konzern insgesamt. Im dritten Quartal geht es um 6,8 Prozent auf fast 479.300 Autos nach unten. Damit liegt sie aber deutlich über den beiden alten Rivalen Mercedes und Audi.

Volkswagen - das Minus wächst

In Wolfsburg nahm die Talfahrt zuletzt an Tempo zu: Von Juli bis September verkaufte der VW-Konzern 1,89 Millionen Fahrzeuge aller Marken - und damit 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal hatte das Minus noch bei 8,6 Prozent gelegen. Bei der Kernmarke sah es noch schlechter aus: Im dritten Quartal wurden 19,3 Prozent weniger Autos an Kunden ausgeliefert, insgesamt mehr als 946.000 Stück. Neben Volkswagen gehören unter anderem Audi, Porsche, Skoda, Seat und Cupra zum Konzern.

Besonders heikel für den Konzern ist ebenfalls China: Die VW-Verkaufszahlen in der Volksrepublik sanken im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf 405.800 Autos. Das Minus dort machte mehr als 80 Prozent des Gesamtrückgangs aus.

Die neuen E-Autos von VW sind beliebt. Wegen der Krise in China sinken die Auslieferungen dennoch deutlich. (Archivbild)

Die neuen E-Autos von VW sind beliebt. Wegen der Krise in China sinken die Auslieferungen dennoch deutlich. (Archivbild) Foto: Kay Nietfeld/dpa

Europas größter Autobauer kämpft in dem Land - wie die anderen deutschen Hersteller - mit einem rückläufigen Gesamtmarkt, einem starken Preisdruck und wachsender Konkurrenz heimischer Unternehmen. Das überschattet auch andere Entwicklungen, wie die deutlich steigende Nachfrage nach E-Autos in Europa. In den ersten neun Monaten des Jahres lagen die Auslieferungen im gesamten Konzern bei gut 6 Millionen Fahrzeugen (minus 9,0 Prozent). 

Audi - China schlägt voll durch

Die Ingolstädter VW-Tochter hat es im dritten Quartal besonders hart erwischt. Ihre Auslieferungen sind um fast ein Fünftel eingebrochen. Sie leiden nicht nur in China, sondern auch in den USA, wo sie - anders als beispielsweise BMW - kein eigenes Werk haben, mit dem sich die Zollbelastung reduzieren ließe. Und zu alledem kommen noch Modellwechsel bei den beiden Volumenmodellen A1 und Q2. Insgesamt waren es von Juli bis September 314.905 Audis - 19,7 Prozent weniger als ein Jahr davor. 

Wie deutlich der seit einigen Jahren laufende Abwärtstrend bei Audi ist, zeigt sich auch, wenn man mit älteren Zahlen vergleicht. Im dritten Quartal 2023 hatte Audi noch knapp 480.000 Autos seiner Kernmarke ausgeliefert. Rund die Hälfte mehr als jetzt.

Porsche - keine Erholung in Sicht

Auch Porsche bleibt von der Entwicklung nicht verschont: Die Schwaben lieferten im dritten Quartal gut 56.000 Sport- und Geländewagen aus, 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In den ersten neun Monaten sanken die Verkäufe ähnlich stark. Neben dem Auslaufen der Produktion der Verbrenner-Modelle Cayman und Boxster sowie entfallene Steuervergünstigungen für E-Fahrzeuge in den USA belastet wieder einmal: China. Dort fielen die Zahlen in den ersten neun Monaten um 33 Prozent auf rund 21.500 Fahrzeuge. 

Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern: Die Porsche-Führung um Chef Michael Leiters stellt sich darauf ein, künftig höchstens noch ein Zehntel ihrer Fahrzeuge in dem einst so lukrativen Markt zu verkaufen. Im Spitzenjahr 2020 hatte China noch fast 35 Prozent des Absatzes der VW-Tochter ausgemacht. 2025 waren es noch knapp 15 Prozent - Tendenz fallend. 

Mercedes-Benz - außerhalb Chinas im Plus

Die Stuttgarter haben im dritten Quartal ebenfalls weniger Fahrzeuge verkauft. Der Konzern setzte gut 407.000 Pkw ab - und damit 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Schon im ersten Halbjahr waren die Verkaufszahlen gesunken. In China ging der Absatz zuletzt um 31 Prozent zurück. Mercedes verwies auf ein weiterhin schwieriges Pkw-Marktumfeld und auf intensiven Wettbewerb. 

Weil China für Mercedes ein besonders wichtiger Markt ist, leiden die Stuttgarter unter dem dortigen Absturz stark. (Archivbild)

Weil China für Mercedes ein besonders wichtiger Markt ist, leiden die Stuttgarter unter dem dortigen Absturz stark. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Mit fast einem Drittel aller Pkw-Verkäufe ist China den Autobauer der wichtigste Markt. Entsprechend stark wirkt sich der Rückgang dort aus. Ein Plus in den USA und Deutschland konnte das nicht wettmachen. Außerhalb Chinas legten die Verkäufe um ein Prozent zu. Bergauf ging es auch bei E-Autos: Im dritten Quartal verkaufte der Konzern weltweit 68.400 vollelektrische Fahrzeuge. Ein Plus von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - und Rekord.

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