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Aufklärung

Genitalverstümmelung: Rund 17.000 Mädchen gefährdet

Edell Otieno-Okoth vor einem Interview anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung in Hamburg.

Edell Otieno-Okoth vor einem Interview anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung in Hamburg. Foto: Georg Wendt/dpa

Mit der globalen Migration verbreitet sich die grausame Tradition der Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen zunehmend auch in Europa. Auch in Deutschland leben nach Angaben der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes mittlerweile mehr als 100.000 Mädchen und Frauen, deren Genitalien beschnitten wurden, mehr als 17.000 Mädchen in Deutschland seien derzeit potenziell gefährdet.

Von dpa Mittwoch, 31.01.2024, 06:50 Uhr

Hamburg. „Wir wollen daher die Aufklärung über weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam mit Partnerorganisationen vorantreiben“, sagt Edell Otieno-Okoth, Expertin bei der Kinderrechtsorganisation Plan International, zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar.

Rund 50 Beratungs- und Anlaufstellen in den einzelnen Bundesländern bieten Unterstützung für betroffene Familien. Ebenso wichtig sei es, Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich - wie beispielsweise Hebammen, Kinderärztinnen oder Sozialarbeiterinnen - zu informieren und sie für den Umgang mit Gefährdeten und Betroffenen zu sensibilisieren. „Das Thema weibliche Genitalverstümmelung muss darum schon in der Ausbildung aller Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialbereich auf den Lehrplan“, forderte die Expertin.

Seit 20 Jahren setzt sich Plan International in mehreren Ländern Afrikas gegen weibliche Genitalverstümmelung ein, unter anderem in Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Guinea, Guinea-Bissau, Mali und Sierra Leone. Ein Handbuch für Betroffene bietet Hilfe auch auf Englisch, Französisch und Arabisch.

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