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Langwierige Rettungsversuche

Buckelwal befreit sich in der Nacht von Ostsee-Sandbank

Ausgelegte Bojen zeigen die ausgebaggerte Rinne für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee. Der in der Ostsee vor Niendorf gestrandete Wahl hat sich offenbar befreit. Das Tier war am frühen Morgen nicht mehr zu sehen.

Ausgelegte Bojen zeigen die ausgebaggerte Rinne für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee. Der in der Ostsee vor Niendorf gestrandete Wahl hat sich offenbar befreit. Das Tier war am frühen Morgen nicht mehr zu sehen. Foto: Marcus Brandt/dpa

Nach mehreren Rettungsversuchen konnte sich der vor Timmendorfer Strand festsitzende Wal in der Nacht befreien. Nun schwimmt er in der Ostsee-Bucht - doch gerettet ist er damit noch nicht.

Von dpa Freitag, 27.03.2026, 07:47 Uhr

Timmendorfer Strand. Der vor Timmendorfer Strand von einer Sandbank befreite Buckelwal schwimmt in der Lübecker Bucht. Er sei weiter draußen in der Bucht gesichtet worden, sagte Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger war am Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. Mit Hilfe einer gegrabenen Rinne befreite er sich in der Nacht zum Freitag.

Nun komme es darauf an, dass der Wal im offenen Wasser bleibt und möglichst in die Nordsee schwimmt, erklärte der Biologe Robert Marc Lehmann. Noch sei er nicht in Sicherheit. Seine Befreiung von der Sandbank sei bisher nicht seine Rettung, sondern nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zu Hause sei er erst im Atlantik.

Mehrere Bagger arbeiten in der Nähe von einem gestrandeten Wal

Mehrere Bagger arbeiten in der Nähe von einem gestrandeten Wal Foto: Ulrich Perrey/dpa

„Ich bin einfach nur froh“, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke. Jetzt müsse der Wal gesucht und dann mit Booten in die Nordsee begleitet werden. Laut ITAW-Expertin Groß hat das Tier keinen Sender, da die Haut zu stark erkrankt ist. Nun müsse abgewartet werden, wie der Wal schwimme, erklärte sie.

Ministerpräsident sicherte Hilfe zu

Am Donnerstag hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) die Hilfe des Landes zugesagt. Sollte der Meeressäuger frei kommen - wie es inzwischen der Fall ist - wolle Kiel etwa zwei Boote zur Verfügung stellen, um das Tier durch die Ostsee zu geleiten, berichtete ein dpa-Reporter vor Ort. Damit soll verhindert werden, dass er wieder strandet.

Robert Marc Lehmann, Biologe, untersucht einen gestrandeten Wal in der Ostsee.

Robert Marc Lehmann, Biologe, untersucht einen gestrandeten Wal in der Ostsee. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Wal kämpfte sich durch gegrabene Rinne

Für Timmendorf am Strand an der Ostsee hat die beispiellose mehrtägige Rettungsaktion mit Baggern und Tauchern damit ein gutes Ende genommen. Der Buckelwal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Tagelang wurde versucht, das Tier zu befreien. So war etwa am Dienstag ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. Am Donnerstag wurde mit einem Schwimmbagger eine Rinne ausgehoben.

Meter um Meter hatte sich der Wal am Abend durch diese Rinne gekämpft. Auch ein größerer Bagger konnte schließlich von Land aus eingreifen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Reichweite zu bringen.

Ein Schwimmbagger arbeitet neben einem gestrandeten Buckelwal (Megaptera novaeangliae) in der Ostsee während ein Helfer (r) versucht den Wal zu beruhigen. Experten versuchen erneut, den vor Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal freizubekommen.

Ein Schwimmbagger arbeitet neben einem gestrandeten Buckelwal (Megaptera novaeangliae) in der Ostsee während ein Helfer (r) versucht den Wal zu beruhigen. Experten versuchen erneut, den vor Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal freizubekommen. Foto: Ulrich Perrey/dpa

Das Tier zeigte sich aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten es am Abend auch mit Lärm zu animieren - durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich. Am Ende hätten am Abend nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser gefehlt, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, als die Aktion wegen der Dunkelheit abgebrochen wurde.

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