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Militär

Fliegerhorst Nordholz: Marine nimmt größtes Kampfflugzeug in Dienst

Das Flugzeug wird auf dem Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven stationiert.

Das Flugzeug wird auf dem Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven stationiert. Foto: Christian Butt/dpa

Die Marine in Nordholz (Kreis Cuxhaven) rüstet sich. Was ein neues Flugzeug im Kriegsfall leisten soll.

Von dpa Donnerstag, 20.11.2025, 13:00 Uhr

Nordholz. Die Marine hat das neue Flugzeug P-8A „Poseidon“ in den Dienst genommen. Die Maschine sei ein „Gamechanger“ bei der Jagd nach U-Booten, sagte Kapitän zur See Oliver Ottmüller. Es ist das erste von acht Flugzeugen, die nach und nach auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven stationiert werden. 

Das Flugzeug soll vor allem in einem strategisch wichtigen Seegebiet zwischen Grönland, Island und Großbritannien im Nordatlantik eingesetzt werden. Über die sogenannte GIUK-Lücke könnten russische U-Boote der Nordmeerflotte in den Atlantik gelangen, um im Falle eines Angriffs auf Europa den Nachschub für die Nato-Streitkräfte zu stören.

Größtes Kampfflugzeug der Bundeswehr

Die P-8A Poseidon basiert nach Angaben der Marine auf dem großen Passagierflugzeug Boeing 737 und ist mit einer Länge von knapp 40 Metern das größte Kampfflugzeug der Bundeswehr. Das Flugzeug sei bis zu 936 Stundenkilometer schnell und habe eine Reichweite von 7.000 Kilometern. 

Der Jet sei in der Lage, große Seegebiete zu überwachen, Schiffsbewegungen zu verfolgen und U-Boote mit Radar sowie akustischen und optischen Systemen zu orten. Sonarbojen könnten abgeworfen werden, U-Boote könnten mit Torpedos oder Wasserbomben bekämpft werden. 

Die Marine betont die Bedeutung der modernen Aufklärungsjets für die Zusammenarbeit in der Nato. Ausbildung und Wartung erfolgen gemeinsam mit den USA, Großbritannien und Norwegen sowie dem Partnerland Australien. 

Auslieferung bis 2028

Mit dem Flugzeug sollen die Fähigkeiten des Marinefliegergeschwaders in Nordholz verstärkt werden. Die Besatzung trainiert seit Monaten mit den Partnerländern und besteht aus elf Soldaten: drei Piloten, zwei taktische Koordinatoren und je drei Menschen, die „Über- und Unterwasser-Sensorbediener“ genannt werden. 

Die Anschaffung der Flugzeuge wurde 2021 beschlossen. Ihre Auslieferung erfolgt nach und nach bis 2028. Die Bezeichnung P-8A Poseidon bezieht sich auf den Gott des Meeres in der griechischen Sagenwelt. 

Das Flugzeug ersetzt ein älteres Modell mit der Bezeichnung P-3C Orion. „Der Generationenwechsel wird vollzogen“, sagte Ottmüller. Der Seefernaufklärer sei fast 20 Jahre im Einsatz gewesen und habe der Marine insbesondere am Horn von Afrika, im Mittelmeer und in der Ostsee gute Dienste erwiesen.

H
Heiko Kania
22.11.202510:33 Uhr

Wieder eine gute Nachricht, verbunden mit dieser vom 20.10.: in Reykjavik unterzeichneten Verteidigungsminister Boris Pistorius und Islands Außenministerin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir eine entsprechende Absichtserklärung zur gemeinsamen Sicherung der Nord-Atlantik-Gewässer und folgend Nutzung der Basis Island durch die See-Fernaufklärer.

H
Heiko Kania antwortete am
23.11.202515:17 Uhr

Deutschland Funk am 29.10.2025: "Der russische Präsident Putin gab den Test des Systems Poseidon bekannt. Der Torpedo soll einen nuklearen Antrieb haben und auch Atomwaffen transportieren können. Putin nannte das System vielversprechend und behauptete, man könne es nicht abfangen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.
Die Entwicklung einer Waffe mit dem Namen Poseidon hat schon vor Jahrzehnten begonnen. Laut früheren Berichten könnte eine solche Bombe einen Tsunami auslösen und Städte an Küsten absichtlich überfluten, womöglich auch mit radioaktiv verseuchtem Wasser." - Okay, wenn das Ding nicht abgefangen werden könnte, wird unser "Poseidon" halt "Nest und Eier" zusammen entsorgen (müssen).

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