Kind (11) überfahren – „Das Töten auf Hamburgs Straßen muss aufhören“
Mit einem weißen Fahrrad - einem sogenannten Ghostbike - hat der Fahrradclub ADFC zusammen mit vielen Menschen an den elfjährigen Radfahrer erinnert, der von einem Lastwagen überfahren und getötet wurde. Foto: Christiane Bosch/dpa
In Hamburg sind 2026 schon mehrere Menschen von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und getötet oder schwer verletzt worden. Für einen elfjährigen Jungen gab es nun eine Mahnwache im Hamburger Süden.
Hamburg. Zahlreiche Menschen haben bei einer Mahnwache am Unfallort in Hamburg-Wilstorf des gestorbenen Elfjährigen gedacht, der am Mittwoch bei einem Lastwagenunfall ums Leben gekommen ist.
Die Polizei sprach von rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter waren auch viele Kinder. Zu der emotionalen Mahnwache hatte der Hamburger Landesverband des Fahrradclubs ADFC aufgerufen. Zum Gedenken an das Opfer wurde ein weißes sogenanntes Ghostbike aufgestellt. Während der Gedenkminuten legten sich viele Menschen sich mitten auf die Straße, ihre Fahrräder legten sie neben sich.
„Der Schutz von Menschenleben muss allerhöchste Priorität in der Verkehrspolitik erhalten: Stoppen wir das Töten auf Hamburgs Straßen – es reicht!“, sagte Kaija Dehnkamp vom ADFC.
Dramatische Minuten in Wilstorf ohne Erfolg
Das Kind war am Mittwochnachmittag auf seinem Fahrrad unterwegs gewesen, als es an einer Einmündung mit einem Lastwagen zusammenstieß. Dabei habe der Junge lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten. Unfallzeugen begannen mit der Reanimation des Kindes, die von einer Rettungswagenbesatzung fortgesetzt wurde. Dennoch starb der Junge am Unfallort an seinen schweren Verletzungen.
Tödlicher Unfall
Radfahrer wird in Hamburg unter Lkw eingeklemmt und stirbt
Der ADFC fordert zum Schutz von Radfahrenden und Fußgängerinnen und Fußgängern in Hamburg sichere Rad- und Gehwege sowie mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auch sollten Lastwagenfahrerinnen und -fahrer häufiger und konsequenter mit Blick auf die Geschwindigkeit beim Abbiegen kontrolliert werden.
ADFC fordert Beifahrerpflicht
Zudem forderte der ADFC obligatorische Abbiege- und Notbremsassistenten oder alternativ die Einführung einer Beifahrerpflicht. Ohne diese Dinge sollten Lastwagen nicht auf Hamburgs Straßen unterwegs sein dürfen, so der ADFC weiter.

Zahlreiche Blumen und andere Dinge liegen an dem Ort, an dem das Kind vor wenigen Tagen von einem Lastwagen überfahren und getötet wurde. Foto: Christiane Bosch/dpa