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Salt Chip Challenge: So gefährlich ist die salzige Mutprobe

Salzstreuer

Salz ist gesund - in Maßen, nicht in Massen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/dpa

Die Verpackung ähnelt einem Sarg und ein erbrechender Smiley zeigt, was einem beim Verzehr drohen könnte. Dennoch oder gerade deshalb geht die Salt Chip Challenge in den sozialen Medien viral. Experten warnen.

Von Redaktion Dienstag, 19.03.2024, 07:00 Uhr

Landkreis/Frankfurt. Nach der Hot Chip Challenge folgt jetzt der nächste riskante Trend: die Salt Chip Challenge. Dabei wird anstatt eines scharfen Chips ein sehr salziger Chip gegessen. Doch das kann ernste Folgen haben: Brechreiz und Kopfschmerzen bei Erwachsen, bei Kindern droht sogar Lebensgefahr. Darauf weist die Verbraucherzentrale Hessen hin.

Drei „Salt Chips“ können für ein Kleinkind lebensbedrohlich sein

Eine Packung kostet zwischen 12,99 und 17,99 Euro und enthält nur einen Chip sowie einen Schutzhandschuh. Ein Chip besteht zu 40 Prozent aus purem Salz - das ist fast ein halber Teelöffel voll und entspricht ungefähr zwei Gramm. Das ist ein Drittel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.

Nicht auf allen Packungen sei ein entsprechender Warnhinweis zu finden, so die Verbraucherschützer. Unter 16-Jährige sollten den Salz-Chip auf keinen Fall verzehren. Drei Chips, die etwa ein zwei - bis dreijähriges Kind mit zwölf Kilogramm Körpergewicht zu sich nimmt, seien lebensbedrohlich. Greift ein Erwachsener zum Salz-Chip, sollte unbedingt Wasser bereitstehen, um den plötzlichen Durst zu stillen.

Bleibt es beim einmaligen Verzehr, führt die Mutprobe den Angaben nach bei Erwachsenen zu keinen körperlichen Schäden. Doch generell empfiehlt die Verbraucherzentrale den täglichen Salzkonsum von sechs Gramm nicht zu überschreiten, um das Risiko für erhöhten Blutdruck und daraus folgenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Wie Salz im Körper wirkt

Zu viel Salz lässt das Risiko für Bluthochdruck steigen und erhöht damit auch die Gefahr für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Denn Salz hat der Stiftung Gesundheitswissen zufolge die Eigenschaft, Wasser im Körper zu binden. Nimmt man viel Salz auf, erhöht sich somit die Blutmenge im Körper. Auch in den einzelnen Gefäßen befindet sich dann mehr Blut, der Druck darin steigt.

Ganz ohne Salz geht es aber auch nicht: Unser Körper braucht es zum Beispiel, damit die Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen funktioniert.

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Doch wie sieht ein gesundes Maß aus? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, am Tag maximal sechs Gramm Speisesalz zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa einem Teelöffel.

Das Problem: Sich einen Überblick über den eigenen Salzkonsum zu verschaffen, ist gar nicht so leicht. Dabei kann man sich etwa von einem Salzrechner der Stiftung Gesundheitswissen helfen lassen. Dort kann man sich zum Beispiel ausrechnen lassen, wie viel Prozent des Tagesbedarfs eine halbe Tüte Erdnussflips füllt.

3 Tipps, um den Salzkonsum zu reduzieren

Alternativen mit weniger Salz wählen

In Sachen Salzgehalt ist Brot nicht gleich Brot: Laugenbrezeln enthalten rund dreimal so viel Salz wie dieselbe Menge Pumpernickel oder Weizenvollkorntoast, zeigt eine Auswertung der Stiftung Gesundheitswissen. Bei Wurstwaren gilt: Lachsschinken und Salami enthalten mehr als doppelt so viel Salz wie Lyoner, Kochschinken oder Mortadella.

Den Geschmack umgewöhnen

Mit weniger Salz schmeckt's langweilig? Das kann sich ändern. Wer den Salzgehalt in selbstgekochtem Essen Schritt für Schritt reduziert, vermisst das Salz nach einer Weile weniger. Vor allem dann, wenn man mithilfe anderer Gewürze und mit frischen Kräutern ordentlich Aromen auf den Teller holt.

Frisch kochen statt Fertiggerichte

Wer frisch kocht, hat selbst in der Hand, wie viel Salz ins Essen wandert. Muss es mit einer Dosensuppe oder eine Tiefkühlpizza doch einmal schnell gehen, lohnt ein Blick auf die Nährwerte - und ein Vergleich: Nach Angaben der Stiftung Gesundheitswissen unterscheiden sich die Salzgehalte von Produkt zu Produkt mitunter stark. (dpa)

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