Polizei Rotenburg kontrolliert Autoposer – Nachbarn applaudieren
Auf der A1 wurden 254 Fahrzeugen an der Rastanlage Aarbachkate kontrolliert. Foto: Polizeidirektion Lüneburg
Selbst den Verbandskasten ließen sie sich zeigen: Fünf Stunden lang war die Polizei mit Spezialkräften im Einsatz. Auch an der A1 wurde kontrolliert. Das sind die Bilanzen.
Fünf Stunden lang, von 16 bis 21 Uhr, führten Beamte der Polizeiinspektion Rotenburg gemeinsam mit Spezialkräften aus dem Heidekreis sowie einem Zug der Bereitschaftspolizei umfangreiche Kontrollen in Visselhövede durch. Im Fokus der Beamten: Autoposer und Raser.
Die Polizei spricht zum einen von einer regelmäßigen Routinekontrolle, zum anderen aber auch davon, dass es „vereinzelt Beschwerden“ gegeben habe. Deshalb seien einschlägige Treffpunkte vor Imbissen, Tankstellen und in der Innenstadt aufgesucht worden.
„Im Kern geht es dabei immer wieder um unnötiges Umherfahren, vermeidbare Lärmverursachungen, das Missachten von Verkehrsregeln sowie riskante Fahrmanöver mit hochmotorisierten Fahrzeugen“, betont Marvin Teschke, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg.
30 Autos kontrolliert - Straftaten aufgedeckt
Insgesamt kontrollierten die Einsatzkräfte etwas mehr als 30 Fahrzeuge. Dabei stellten die Beamten mehrere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten fest. Unter anderem stand ein Fahrer mutmaßlich unter dem Einfluss von Kokain. In einem weiteren Fall bestand kein Versicherungsschutz. Zudem ergab sich in einem anderen Fall der Verdacht eines Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz.
Die Beamten wurden auch kleinlich: So seien mehrfach Mängel bei den mitzuführenden Pflichtgegenständen festgestellt worden.
„Positive Resonanz“ in Bevölkerung
Die mehrstündigen Kontrollen seien bei Nachbarn und Passanten „auf überwiegend positive Resonanz getroffen“, so Teschke. Das Interesse sei groß.
Die Polizei kündigt an, ihre Schwerpunktkontrollen im gesamten Landkreis weiter zu intensivieren.
Großkontrolle auf der A1
Die Regionale Kontrollgruppe der Polizeidirektion Lüneburg hat am Donnerstag zudem auf der A1 kontrolliert. Die groß angelegte Aktion diente in diesem Fall dazu, Schmuggler und Schleuser zu identifizieren oder mögliche Diebesbanden aus dem Verkehr zu ziehen.
An der Kontrolle in den Abendstunden an der Rastanlage Aarbachkate im Landkreis Harburg beteiligten sich mehr als 50 spezialisierte Polizeikräfte. Mitarbeitende des Zolls, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen, der Polizeidirektionen Hannover und Oldenburg sowie des Landkreises Harburg unterstützten ebenfalls.
Insgesamt überprüften die Einsatzkräfte 254 Fahrzeuge und 433 Personen.
Hohe Bargeldsumme sichergestellt
In 14 Fällen untersagte die Polizei die Weiterfahrt.
- Unter anderem hatte ein Fernreisebus einen Riss in der Windschutzscheibe, sodass die circa 15 Fahrgäste in einen Ersatzbus umsteigen mussten.
- Außerdem durften drei Fahrer von hochklassigen Pkw mit dänischen Händlerkennzeichen wegen unerlaubter Fernzulassung nicht weiterfahren.
- Insgesamt ahndete die Polizei 45 Verkehrsdelikte.
- Zudem stellten die Einsatzkräfte mehrere Verstöße gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz fest.
- Zwei Personen konnten keine gültige Aufenthaltserlaubnis vorweisen.
Bei einem ausländischen Fahrzeugführer fand sich eine fünfstellige Bargeldsumme, die er gegenüber dem Zoll nicht ordnungsgemäß deklariert hatte. Da der Mann widersprüchliche Angaben zur Herkunft machte, stellte der Zoll das Bargeld im Rahmen eines sogenannten Clearingverfahrens sicher. Dabei handelt es sich um ein Prüfverfahren, das bei dem Verdacht angewendet wird, dass Bargeld aus Straftaten stammen oder für illegale Zwecke verwendet werden könnte. (st)
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