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Einbrecher in Stade – Keine Skrupel vor anwesender Hausbewohnerin

In der Harsefelder Straße in Stade ist die Terrassentür einer Doppelhaushälfte aufgehebelt worden. (Symbolbild)

In der Harsefelder Straße in Stade ist die Terrassentür einer Doppelhaushälfte aufgehebelt worden. (Symbolbild) Foto: Bilderbox

Die Polizei berichtet von drei Taten. Das Beängstigende: Die Einbrecher kamen nicht nur nachts - und auch dann, wenn jemand im Haus ist.

Von Redaktion Donnerstag, 07.05.2026, 12:30 Uhr

Stade. In der Nacht von Montag auf Dienstag sind Einbrecher in Stade in der Harsefelder Straße in eine Doppelhaushälfte eingestiegen. Das berichtet Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Die Terrassentür sei aufgehebelt worden. Anschließend durchsuchten der oder die Täter das Erdgeschoss nach Diebesgut.

Es mag eine Albtaum-Vorstellung sein, denn: Die 86-jährige Bewohnerin habe im Obergeschoss geschlafen, so Bohmbach. Sie habe von der Tat selbst nichts mitbekommen. Was erbeutet worden sei, stünde noch nicht abschließend fest. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere Hundert Euro.

Von wegen nur nachts: Einbrüche zu Mittagszeit

Zudem sind zwei weitere Taten angezeigt worden: So habe am vergangenen Sonntag (3. Mai) ein Einbrecher in der Hohenfriedberger Straße in Stade eine Terrasse eines Mehrfamilienhauses betreten und dann mit einer Schaufel die Terrassentür aufgehebelt. Die Tat ereignete sich laut Polizei am helllichten Tag zwischen 13 und 18.30 Uhr.

Der Unbekannte habe die Wohnung durchsucht und einen Schaden von rund 1000 Euro verursacht.

Am Mittwoch dann scheiterte ein weiterer Einbruchsversuch in der Stader Stargarder Straße. Dort sei im möglichen Tatzeitraum zwischen 11.30 und 16.15 Uhr versucht worden, eine Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus aufzubrechen. „Die unbekannten Täter sind gescheitert und mussten ohne Erfolg die Flucht antreten“, teilte Bohmbach mit.

Zeugen, die Hinweise zu einem der drei Fälle geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04141/102215 bei der Stader Polizei zu melden.

Wie reagieren, wenn ein Einbrecher im Haus ist?

Im vergangenen Jahr waren landkreisweit 138 Einbrüche in Wohnungen und Häuser erfasst worden. Das sei laut Bohmbach der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre gewesen. „Durch die Taten wurden Werte in Höhe von 363.833 Euro erlangt“, so der Polizeisprecher. Gestohlen würden bei Einbrüchen vor allem Gegenstände, die sich gut weiterverkaufen ließen, etwa Schmuck oder elektronische Geräte wie Handys, Konsolen und Computerzubehör.

Dass Täter und Opfer bei einem Einbruch aufeinandertreffen, es dabei gar zu einer Auseinandersetzung kommt, sei eher selten, sagt der Stader Polizeisprecher Rainer Bohmbach, ohne konkrete Zahlen zu nennen. „Auf keinen Fall auf Konfrontation mit dem Einbrecher gehen“, rät Bohmbach. Heißt: nicht versuchen, den Täter anzugreifen. Wenn man den Raum verlassen kann, solle man sich in Sicherheit bringen und laut um Hilfe rufen.

Womöglich ergreift der Täter dann die Flucht. Denn: „Die größte Angst der Einbrecher ist, dass sie erkannt werden“, weiß Bohmbach.

Nachbarn sollten wachsam sein

Ist ein Telefon in der Nähe, 110 wählen. „Wenn man das Gefühl hat, dass ein Einbrecher im Haus ist, anrufen. Je früher die Polizei Bescheid weiß, desto größer ist die Chance, dass wir ihn auf frischer Tat fassen.“

Auch wenn es schwierig ist, weil man sich in einer Stresssituation befindet: Man solle versuchen, sich den Täter genau anzuschauen. Wie ist er bekleidet? Wie groß ist er? Welche Haarfarbe hat er? Eine genaue Täterbeschreibung helfe der Polizei bei der Fahndung.

Wer nach Hause kommt und feststellt, dass eingebrochen wurde, sollte sofort die Polizei informieren - vor dem Betreten der Wohnung, damit die Beamten den Tatort im Originalzustand begutachten und Tatortermittler oder Spurensicherung Spuren sichern können.

Bohmbach appelliert außerdem an Nachbarn, wachsam zu sein und seltsame Beobachtungen zu melden. „Lieber einmal mehr 110 anrufen, damit wir eine Chance haben, die Täter zu fassen.“

Zäune und Licht machen es Einbrechern schwer

Die Initiative „K-Einbruch“ von Polizei und Wirtschaft rät zudem dazu, den Vorgarten einzuzäunen. Denn: „Eine Einfriedung bildet eine erste Barriere“, heißt es auf deren Webseite. Natürlich sollte man die Umzäunung dann auch entsprechend nutzen, indem man Gartentüren und Hoftore wirklich abschließt. Und zwar auch dann, wenn man zu Hause ist.

Weg mit dem Baum? Hilfestellung will man den Einbrechern natürlich nicht auch noch geben – keine Kletterhilfen etwa, mit denen sie leichter aufs Grundstück gelangen können oder gar ins Haus. Als solche eignen sich beispielsweise Mülltonnen, Gartenmöbel und Leitern. Sie sollte man K-Einbruch zufolge besser wegsperren. Aber auch Rankgerüste und Bäume, die nah am Haus stehen, können von Einbrechern genutzt werden. Hier kann es sinnvoll sein, über eine Entfernung nachzudenken.

Hecken und Sträucher, die dicht am Haus gepflanzt werden, sind ebenfalls keine gute Idee im Sinne des Einbruchschutzes. Sie bieten schließlich nicht nur Ihnen und Ihrem Haus Sichtschutz, sondern auch Einbrechern. K-Einbruch rät deshalb, dichte Bepflanzung direkt am Haus zu vermeiden, besonders an Stellen, die verhältnismäßig leicht zugänglich für Einbrecher sein könnten.

Immer sinnvoll außerdem: Zugangswege zum Haus gut beleuchten. Am besten wird das Licht durch einen automatischen Bewegungsmelder geschaltet.

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J
Jochen Mextorf
07.05.202612:52 Uhr

Germany >> Failed State. Die marode Regierung kann ihre Bürger nicht schützen. Dann soll sie sie zumindest bewaffnen.

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