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Tausende Euro weg: Selsinger fällt auf Online-Trading-Betrüger herein

Ein Mann aus dem Kreis Rotenburg ist um mehrere tausend Euro betrogen worden. (Symbolbild)

Ein Mann aus dem Kreis Rotenburg ist um mehrere tausend Euro betrogen worden. (Symbolbild) Foto: Lilli Förter/dpa

Ein Mann überwies mehrere tausend Euro an vermeintliche Investment-Profis. Am Ende war das Geld verschwunden – und er nicht das einzige Opfer in der Region.

Von Redaktion Dienstag, 24.02.2026, 13:50 Uhr

Landkreis Rotenburg. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein 65-jähriger Mann aus der Samtgemeinde Selsingen Opfer eines Anlagebetrugs, berichtet die Rotenburger Polizei. Er überwies rund 8000 Euro an eine vermeintlich seriöse Online-Handelsplattform, um sein Geld gewinnbringend anzulegen. „Das Geld ist weg“, sagt Polizeisprecher Marvin Teschke. Leider komme es im gesamten Bundesgebiet regelmäßig zu solchen oder ähnlichen Fällen. Die Polizei warnt.

So verlor ein Buchholzer im vergangenen halben Jahr mehr als 30.000 Euro durch angebliche Investitionen im Online-Handel, bei Tostedt investierte ein Mann kürzlich rund 75.000 Euro - und verlor das Geld an Betrüger.

Traumhafte Renditen als Warnsignal

Wer eine lukrative Kapitalanlage sucht, sollte sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden lassen, warnt die Polizei. Gerade angeblich sichere Investments mit außergewöhnlich hohen Renditen sind häufig ein Warnsignal.

Hinter solchen Angeboten können Anlagebetrüger stecken, die mit dem Versprechen auf hohe Zinsen oder schnelle Gewinne gezielt das Geld gutgläubiger Anleger abschöpfen wollen. Dabei nutzen sie die oft schwer verständliche Komplexität moderner Finanzprodukte ebenso aus wie die fehlende Vorsicht mancher Investoren bei Aussicht auf hohe Erträge.

Risiken müssen klar benannt werden

Seriöse Bankmitarbeiter und Finanzdienstleister, beispielsweise Vermögensberater oder -vermittler, sind verpflichtet, im Beratungsgespräch ausdrücklich auf die Risiken eines Anlageprodukts hinzuweisen, sagt der Polizeisprecher.

Zudem müssen sie die Inhalte der Beratung dokumentieren und dem Kunden vor Vertragsabschluss ein entsprechendes Protokoll aushändigen.

Was zu einer ordnungsgemäße Finanzberatung gehört

  • Anlageziele und Wünsche des Kunden (beispielsweise sicherheitsorientiert oder spekulativ)
  • konkrete Empfehlungen des Beraters sowie
  • maßgebliche Gründe für diese Empfehlung

Tipps der Polizei

  • Vertrauen Sie Ihr Geld ausschließlich seriösen und überprüfbaren Anbietern an. Lassen Sie sich Referenzen vorlegen.
  • Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Lesen Sie Vertragsunterlagen und AGB sorgfältig und fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.
  • Klären Sie, ob und wie Ihre Investition abgesichert ist. Manche Produkte (z. B. Inhaberschuldverschreibungen) sind nicht durch Einlagensicherungsfonds geschützt - bei Insolvenz droht Totalverlust, warnt die Polizei.
  • Holen Sie Vergleichsangebote ein.
  • Nutzen Sie die Beratung von Verbraucherzentralen oder spezialisierten Rechtsanwälten (z. B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht).
  • Bedenken Sie: Einer hohen Rendite steht stets ein entsprechend hohes Risiko gegenüber - bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
  • „Zertifikate“ oder Siegel (z. B. TÜV) sind häufig reine Werbemittel und kein Nachweis für Seriosität.
  • Prüfen Sie den Firmensitz. Unseriöse Anbieter wählen ihren Sitz oft im Ausland oder in bekannten Steueroasen.
  • Achten Sie auf die Gesellschaftsform. Unternehmen in der Rechtsform einer „Limited“ (Ltd.) verfügen häufig über nur geringes Stammkapital und unterliegen eingeschränkten Haftungsregelungen.

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