Großauftrag für Kreuzfahrtschiffe: Bund will mit Milliarden für Meyer Werft bürgen
Neue Garantien des Bundes sollen den Großauftrag für die Papenburger Meyer Werft absichern. (Archivbild) Foto: Sina Schuldt/dpa
Ein Großauftrag über mehrere neue Kreuzfahrtschiffe soll die Werft für die nächsten Jahre auslasten. Nun ist eine wichtige Entscheidung für die Finanzierung der neuen Ozeanriesen gefallen.
Berlin/Papenburg. Die Bundesregierung will den Großauftrag der Papenburger Meyer Werft mit der Schweizer Reederei MSC Cruises über den Bau neuer Kreuzfahrtschiffe mit einer Bürgschaft in Milliardenhöhe absichern. Der Haushaltsausschuss des Bundestags beschloss in nicht öffentlicher Sitzung, dass der Bund entsprechende Garantien gewähren soll, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Ausschuss erfuhr. Der Auftragswert für die neuen Kreuzfahrtschiffe liegt bei bis zu zehn Milliarden Euro. Über die genaue Höhe der Garantien war zunächst nichts bekannt.
Mit der Finanzierung soll der Großauftrag für die Werft abgesichert werden. Eine Vertragsunterzeichnung gibt es bislang nicht. Die Werft und die Reederei hatten Ende Juni mitgeteilt, beide seien zuversichtlich, die Verhandlungen über den Auftrag in den kommenden Wochen erfolgreich abzuschließen.
Auch der Haushaltsausschuss des niedersächsischen Landtags befasste sich Ende Juni mit einer Bürgschaft. Dabei soll es ebenfalls um Garantien für den Großauftrag gegangen sein, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. Die Landesregierung machte dazu auf Nachfrage, etwa zur Höhe der Bürgschaft, keine Angaben.
Bund und Land retteten die Werft 2024
MSC Cruises und die Meyer Werft hatten im vergangenen Dezember eine Absichtserklärung für den Großauftrag im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro unterzeichnet. Der Vertrag sieht vor, auf der Meyer Werft vier bis sechs Kreuzfahrtschiffe zu bauen. Der Auftrag soll die Werft bis 2035 auslasten. Seitdem wird über den Großauftrag verhandelt. Ursprünglich hatte MSC von einem Vertragsabschluss schon bis Ende Juni gesprochen.
Der Bund und das Land Niedersachsen hatten die finanziell angeschlagene Meyer Werft 2024 gerettet: Beide erwarben jeweils 40 Prozent der Anteile. Dafür flossen insgesamt 400 Millionen Euro. Zudem gewährleisteten sie einen Kreditrahmen von insgesamt 2,6 Milliarden Euro. Seitdem befindet sich das Unternehmen in einem Restrukturierungsprozess, der bis 2028 abgeschlossen sein soll. Der Großauftrag gilt dabei als wichtiger Baustein für die Zukunftsperspektive der Werft.
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