Mehr Wissen beim Fischkauf: Was das Etikett verrät
Wer Fisch kauft, erhält auf einen Blick eine Vielzahl an Informationen. Kaum ein anderes Produkt liefert mit Herkunft, Fangmethode und Aufzucht so viele verpflichtende Angaben. Foto: Getty Images/iStockphoto
Wer im Supermarkt zu Fisch und Meeresfrüchten greift, weiß mehr als er denkt. Herkunft, Fangmethode, Aufzucht - was hinter den Informationen auf dem Etikett steckt, erklären die Experten des Fisch-Informationszentrums.
Landkreis. Wer Fisch kauft, erhält auf einen Blick eine Vielzahl an Informationen. Was für viele Verbraucher zunächst komplex wirkt, ist tatsächlich ein klar geregeltes System. Die Kennzeichnung von Fisch und Meeresfrüchten ist EU-weit klar geregelt und gehört zu den umfassendsten im Lebensmittelbereich.
Vorreiter bei der Kennzeichnungspflicht
„Fisch ist bei der Kennzeichnung tatsächlich ein Vorreiter“, erklärt Julia Steinberg-Böthig, Ernährungswissenschaftlerin und Pressesprecherin des Fisch-Informationszentrums e.V. (FIZ). „Auf jeder Verpackung müssen unter anderem die Handelsbezeichnung, die Produktionsmethode (Wildfang oder Aquakultur), das Fanggebiet und die Fangmethode angegeben werden.
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Diese Angaben helfen Verbrauchern dabei, bewusst zu wählen.“ Dass diese Informationen genutzt werden, zeigt auch der Blick auf das Kaufverhalten: „Für viele Verbraucher ist die Herkunft ein wichtiger Orientierungspunkt beim Fischkauf, ergänzt durch Angaben zu nachhaltiger Produktion.“
Wildfang: Nachhaltigkeit durch klare Regeln
Beim Wildfang sorgen feste Rahmenbedingungen für Transparenz und Verantwortung. „Fangquoten, internationale Abkommen und wissenschaftliche Empfehlungen bilden die Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Bestände“, erklärt Meeresbiologe Dr. Stefan Meyer, Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V.. Ergänzend sichern Kontrollen entlang der Lieferkette die Einhaltung dieser Vorgaben.
Aquakultur: Moderne Systeme für kontrollierte Herkunft
Neben dem Wildfang gewinnt die Aquakultur weltweit zunehmend an Bedeutung - gerade vor dem Hintergrund steigender Nachfrage und begrenzter natürlicher Ressourcen. „Ein großer Teil der Aquakulturunternehmen arbeitet heute nach umfassenden Zertifizierungsstandards, die Produktionsbedingungen, Futter- und Wasserqualitäten bis hin zur Verarbeitung und Rückverfolgbarkeit auditieren“, erklärt Petra Weigl, FIZ-Vorstands-Vorsitzende.
Rückverfolgbarkeit: Vom Ursprung bis in den Handel
Die Transparenz setzt sich entlang der gesamten Lieferkette fort. Viele Fischprodukte lassen sich heute lückenlos zurückverfolgen - vom Fang oder der Aufzucht bis hin zur Verarbeitung und zum Verkauf.
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„Digitale Dokumentationssysteme und standardisierte Prozesse sorgen dafür, dass Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhalten bleiben“, so Dr. Stefan Meyer. „Verbraucher können sich darauf verlassen, dass die Herkunft von Fisch nachvollziehbar dokumentiert ist.“
Labels: Orientierung im Siegel-Dschungel
Zusätzlich zu den verpflichtenden Angaben bieten freiwillige Siegel Verbrauchern beim Kauf zusätzliche Orientierung.
Zertifizierungen wie
- Marine Stewardship Council (MSC) für Wildfang sowie
- Aquaculture Stewardship Council (ASC),
- Best Aquaculture Practices (BAP) oder
- GLOBALG.A.P. in der Aquakultur
kennzeichnen Produkte, die nach definierten ökologischen und qualitativen Standards erzeugt wurden.
Entscheidungshilfe für Verbraucher
Ein Blick auf Fanggebiet und Produktionsmethode liefert bereits eine gute Orientierung. Wer zusätzlich auf anerkannte Siegel achtet, kann seine Kaufentscheidung gezielt nach Nachhaltigkeitskriterien ausrichten.
Wer Fisch kauft, kann sich auf ein hohes Maß an Transparenz verlassen. Die Vielzahl an verpflichtenden Angaben und ergänzenden Siegeln ermöglicht es Verbrauchern, Herkunft, Produktionsweise und Nachhaltigkeitsaspekte bewusst in ihre Kaufentscheidung einzubeziehen, teilt das FIZ mit.
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