Eigenes BUX-Kennzeichen: Nächste Hürde genommen
So könnte es aussehen: Die Buxtehuder Politik hat sich bereits für BUX ausgesprochen. (Illustration) Foto: Vonderbank
Heimatgefühl auf dem Auto: Das Vorpreschen Niedersachsens im Bundesrat ist von Erfolg gekrönt. Was jetzt folgt und warum es auch Kritik gibt.
Berlin. Die Bundesländer wollen mehr regionale Kfz-Kennzeichen ermöglichen und fordern dazu von der Bundesregierung eine Liberalisierung des geltenden Rechts. In einer vom Bundesrat angenommenen Entschließung verlangen sie, bisherige Einschränkungen zu beseitigen. „Für viele Menschen ist das Autokennzeichen mehr als eine Buchstabenkombination. Es steht für viele Menschen für Verbundenheit mit ihrer Stadt, mit ihrer Region“, sagte Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD).
Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne unterstützte den Antrag aus Hessen. „Kfz-Kennzeichen sind mehr als reine Verwaltungskürzel. Für viele Menschen sind sie ein Stück Heimat, mit dem sie sich identifizieren“, sagte Tonne der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Wir wollen den Kommunen mehr Möglichkeiten geben, ihre regionale Besonderheit sichtbar zu machen.“
Der SPD-Politiker sagte weiter, ein prägnantes Kennzeichen könne ein Gewinn für Tourismus, Wirtschaft und regionale Entwicklung sein. Tonne verwies auch auf die Wiedereinführung früherer Kennzeichen seit 2012, die zeige, wie groß das Interesse in der Bevölkerung daran sei.
Neue Kennzeichen: Wie es jetzt weitergeht
Zwar haben Landkreise und kreisfreie Städte schon mehr Möglichkeiten, neue Buchstabenkombinationen auf den Nummernschildern zuzulassen. So konnten vor allem alte, durch Gebietsreformen weggefallene Kennzeichen wieder eingeführt werden. Es gibt aber weiter Einschränkungen, etwa dass ein neuer, selbstständiger Kfz-Zulassungsbezirk gegründet werden muss.
Die Auflagen sollen nun nach dem Willen der Länder wegfallen. Die angenommene Entschließung geht nun an die Bundesregierung. Ob, wann und wie diese den Vorschlag aufgreift, ist offen. Dafür gibt es keine gesetzliche Regelung.
Buxtehude hat entschieden: BUX-Kennzeichen soll her
Im Herbst 2024 war Buxtehude auf den Zug eines eigenen Kennzeichens aufgesprungen. Ein Professor der Hochschule Heilbronn hatte 320 neue Kfz-Kennzeichen für mittelgroße Städte in Deutschland vorgeschlagen - und damit viel Aufmerksamkeit erhalten. Buxtehude fand Erwähnung - mit BX als Kennzeichenvorschlag.
Die CDU-Fraktion im Buxtehuder Stadtrat hatte daraus, unterstützt von der Landtagsabgeordneten Birgit Butter (CDU), einen Antrag gemacht. Die Sichtbarkeit Buxtehudes auf eigenen Autokennzeichen in der Region und bundesweit könnte positive Auswirkungen auf den Tourismus haben, hieß es in dem CDU-Antrag. Nachdem es dafür eine Mehrheit gab, hat Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) den Landkreis Stade gebeten, einen entsprechenden Antrag an das Land Niedersachsen zu stellen. Im Rat hat sich die Buchstabenkombination BUX durchgesetzt. Auch HBX war im Gespräch. Das H steht dabei für Hansestadt.
TAGEBLATT-Leser gegen neue Kennzeichen
Im Oktober 2024 ergab eine Whatsapp-Umfrage des TAGEBLATT noch, dass sich eine Mehrheit der Leser gegen die Einführung eines neuen Buxtehuder Autokennzeichens aussprach. „Ja, das würde ich mir gleich holen“, sagten 23 Prozent der Abstimmenden. „Ist mir egal“, meinten 29 Prozent. „Nein, das ist überflüssig“ - mit einer deutlichen Mehrheit lehtnen 48 Prozent der Leser bei der Whatsapp-Abstimmung die Einführung eines eigenen Buxtehuder Kennzeichens ab.
Stadtmarketing
T Debatte um Buxtehude-Autokennzeichen: So reagiert das Rathaus
„Wir brauchen keine neuen Regelungen für Kfz-Kennzeichen. Das Thema passt nicht in die Zeit“, sagte nun auch der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Dr. Joachim Schwind. „Bei der Diskussion wird vergessen, dass es eine Identifikation mit dem Landkreis gibt, die regionale Gemeinschaft wird auch durch das Kreis-Kennzeichen ausgedrückt. Hier braucht es keine weitere Zersplitterung“, so Schwind weiter.
Der NLT-Hauptgeschäftsführer erklärt: „Wir haben andere Probleme. Diese angestrebte Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung schafft nur neue Bürokratie und erschwert die Ordnungsfunktion der Kennzeichen für Zulassungsstellen und Polizei. Das Kennzeichen-System funktioniert seit Jahrzehnten zuverlässig.“ Weitere neue Kürzel ohne historischen Bezug würden das System vor allem unübersichtlicher machen, ein Wirrwarr erzeugen, ohne einen erkennbaren praktischen Nutzen zu bringen. (kw/dpa/tip)
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