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Verkehr

Stade als „Fahrradfreundliche Kommune“ in Niedersachsen ausgezeichnet

Stade ist jetzt als „Fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet worden. Derzeit wird der Radweg an der Harsefelder Straße saniert (Archivbild).

Stade ist jetzt als „Fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet worden. Derzeit wird der Radweg an der Harsefelder Straße saniert (Archivbild). Foto: Strüning

Besondere Auszeichnung: Die Hansestadt Stade darf sich jetzt offiziell fahrradfreundlich nennen – als eine von sechs Kommunen in Niedersachsen. Warum?

Von Redaktion Mittwoch, 17.12.2025, 05:50 Uhr

Stade. Die Hansestadt Stade darf sich ab sofort offiziell „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ nennen. Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, übergab am Montag in Hannover das Zertifikat für den Zeitraum 2026 bis 2030.

Hansestadt Stade wird von Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, als „Fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet.

Hansestadt Stade wird von Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, als „Fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. Foto: AGFK/Nico Herzog

Das teilte die Stadtverwaltung mit. Stade gehört damit zu den sechs niedersächsischen Kommunen, die in diesem Jahr für ihr besonderes Engagement im Radverkehr ausgezeichnet wurden.

Gut ausgebautes Wegenetz wird gelobt

Die Jury würdigte die langfristige und strategische Planung der Hansestadt Stade zur Stärkung des Radverkehrs. Positiv bewertete sie die Einigkeit zwischen Politik und Interessenverbänden sowie den Fokus auf pragmatische Lösungen. Hervorgehoben wurden das gut ausgebaute Wegenetz durch die Grünzüge der Hansestadt sowie innovative Maßnahmen wie das Sofort-Grün-Programm an Ampeln und Dunkelschaltungen.

„Mit der Zertifizierung als ‚Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen‘ würdigen wir Kommunen, die den Radverkehr strategisch voranbringen und konkrete Verbesserungen auf den Weg bringen“, wird Minister Tonne in der Pressemitteilung zitiert. „Das Zertifikat ist Anerkennung und zugleich Ansporn, in den kommenden fünf Jahren weiter in eine sichere, alltagstaugliche und komfortable Radverkehrsinfrastruktur zu investieren, für mehr Lebensqualität und wirksamen Klimaschutz.“

Den Alltag vieler Menschen erleichtern

Die SPD-Landtagsabgeordnete Corinna Lange sagt: „Diese Anerkennung freut mich sehr, weil sie zeigt, dass Stade den Radverkehr nicht als Randthema behandelt, sondern als festen Bestandteil moderner Mobilität. Wer sichere Wege schafft, erleichtert den Alltag vieler Menschen - von Schülerinnen und Schülern bis zu Berufspendlern.“

Dies griff der Erste Stadtrat der Hansestadt Stade, Lars Kolk, auf, der in Hannover war, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. „Wir sind mit unseren Bemühungen, den Radverkehr in Stade zu stärken und attraktiver zu machen längst nicht am Ziel und sehen die Auszeichnung als Ansporn, unsere Bemühungen weiter zu verstärken“, sagte er.

All das unternimmt die Stadt für den Radverkehr

Zum Maßnahmenkatalog der Hansestadt Stade zählen die Entwicklung eines Radvorrangnetzes mit acht radialen Hauptrouten und drei Radringen, die Verbesserung der Verkehrssicherheit, zum Beispiel durch sichere Querungsstellen und optimierte Ampelschaltungen, die Förderung der Fahrradfreundlichkeit durch Infrastrukturmaßnahmen wie Fahrradstraßen und die Integration des Radverkehrs in das Mobilitätskonzept, um eine nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Verkehrsinfrastruktur zu schaffen.

Dass die Stader Stadtverwaltung weiter an der Fahrradfreundlichkeit Stades arbeiten möchte, passt zu dem Eindruck, den sich die Jury bei einem Vor-Ort-Termin im September verschaffte. Neben dem Lob betont die Jury nämlich auch, dass der Umgang mit dem Altbestand an Radwegen eine Herausforderung für die Hansestadt Stade bleibt. Die Jury empfiehlt, hierfür Standards zu entwickeln.

Aufgabenfelder sieht sie bei der Unterhaltung und hierbei unter anderem beim Winterdienst. Zudem sollte sich die Hansestadt bei Straßen mit Kopfsteinpflaster um Verbesserungen für den Radverkehr bemühen, beispielsweise mit besser befahrbaren Streifen.

Weitere Handlungsfelder sieht die Jury bei der Verbesserung des Fahrradparkens, bei der Bevorrechtigung von Hauptradrouten gegenüber Nebenstraßen und bei der Absicherung von Sperrpfosten und Pollern.

Manche Fahrradwege in Stade werden jetzt schon nachts gestreut

Kolk betonte mit Blick auf die Jury-Empfehlungen, dass die Hansestadt Stade in Sachen Winterdienst bereits in dieser Saison deutliche Verbesserungen erreicht habe: Die Radwegevorrangrouten werden nun bei Bedarf und unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte bereits in der Nacht gestreut, damit sie am Morgen sicher befahrbar sind. „Die weiteren Punkte, die uns die Jury mit auf den Weg gegeben hat, werden wir uns nun genau anschauen und daraus gegebenenfalls weitere Maßnahmen ableiten“, versprach er.

Kolk kündigte an, dass die Hansestadt Stade die Fachtagung „Fahrradland Niedersachsen“ der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen am 18. und 19. März im Stadeum zu Gast haben werde. Die Veranstaltung werde mit Exkursionen unterstützt. (sal)

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S
Stefan Kruijer
17.12.202511:05 Uhr

Beim Blick auf die Schlagzeile habe ich mich schon gefragt, ob wir bereits den 1. April haben oder ob diese Preisverleihung in Wirklichkeit Teil einer Satireveranstaltung war.

Wolfgang Ciminski
17.12.202507:42 Uhr

Ich hätte mir die richtige Reihenfolge gewünscht:

Zuerst die FERTIGSTELLUNG eines Radvorrangnetzes mit acht radialen Hauptrouten und drei Radringen - und DANACH die Auszeichnung für eine real erbrachte Verbesserung der Radfahrbegebenheiten in Stade.

Eine Planentwicklung ist vorab selbstverständlich nötig - aber rechtfertigt das bereits die Auszeichnung als "fahrradfreundliche Kommune"? Es sollte auch hier an realen Taten gemessen werden.

Um positiv zu bleiben (denn das ist diese Thematik): Jede Verbesserung ist willkommen. Danke für einen anhaltenden Focus aller verantwortlichen Teams der Hansestadt Stade.

Dirk Reszkowski
17.12.202506:53 Uhr

Das ist ja putzig, da verwendet das Tageblatt im Bericht ein Foto, welches Geisterradler zeigt, ein latentes Problem in der gesamten Stadt.

U
Ulla Bowe antwortete am
17.12.202514:03 Uhr

Ach schade, die Radler auf der falschen Wegeseite hat die Redaktion nun gegen ein anderes Bild einer Radfahrerin auf einem durch Bewuchs sehr eingeengten Fahrstreifen ausgetauscht. Aber die Botschaft kommt trotzdem an; nicht schlecht, liebe Tageblatt -Redaktion.
Übrigens, auch dieser Radwegestreifen zeichnet sich durch große Unebenheiten aus.
Michael Bowe

A
Arne Junge antwortete am
17.12.202510:14 Uhr

Geisterradler auf dem Gehweg.

U
Ulla Bowe antwortete am
17.12.202508:39 Uhr

Hallo Herr Reszkowski, - genau! Da sind Sie mir mit Ihrem Kommentar zuvor gekommen. Das Bild kennzeichnet beispielhaft die wirkliche, tägliche Situation und ist alles andere als auszeichnungswürdig. Diese Auszeichnung scheint vergeben worden zu sein, ohne daß sich die Verantwortlichen/Jury vorher selbst auf den Sattel geschwungen haben.
Das ganze ist ein Witz.
Michael Bowe

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