Autokonzern

VW-Werk Hannover verliert Audi-Auftrag an Neckarsulm

Audi zieht sein geplantes Elektro-Topmodell aus Hannover ab, das dort ab 2026 gebaut werden sollte. Stattdessen soll die Fertigung des Fahrzeugs im eigenen Werk in Neckarsulm anlaufen, sagte eine Audi-Sprecherin am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte der Konzernaufsichtsrat darüber beraten. Das Modell war Teil des früheren „Artemis”-Projekts von Audi, 2021 war der Auftrag zur Fertigung an Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover gegangen.

Freitag, 29.09.2023, 14:45 Uhr
Neuwagen vom Elektrobus Volkswagen ID.Buzz stehen auf einem Hof am Werk von VW Nutzfahrzeuge.

Neuwagen vom Elektrobus Volkswagen ID.Buzz stehen auf einem Hof am Werk von VW Nutzfahrzeuge.

Nach Angaben des Betriebsrats in Hannover soll VWN stattdessen nun eine eigene Fahrzeugfamilie mit dem Namen Space entwickeln. Dafür erhalte VWN vom Konzern eine eigene Elektro-Plattform auf Basis der künftigen Konzernarchitektur SSP, die bis Ende des Jahrzehnts entwickelt werden soll.

VWN-Betriebsratschef Stavros Christidis zeigte sich in der Betriebsratszeitung „Mitbestimmen” enttäuscht über den Abzug des Audi-Projekts. „Die Perspektive einer VWN-Produktfamilie macht mich trotzdem zuversichtlich für die Zukunft. Diese Entscheidung stärkt unsere Eigenständigkeit im Konzernverbund, sichert die Standorte ab und gibt uns als Marke Handlungsspielräume, unser Geschäft in die Zukunft zu entwickeln.”

Ursprünglich hatte VWN sogar den Zuschlag für drei E-Modelle von Audi, Porsche und Bentley erhalten, die gemeinsam im Audi-Projekt „Artemis” entwickelt werden sollten. Doch der zunächst für 2024 geplante Produktionsstart verzögerte sich mehrfach, Porsche zog sich Ende 2021 aus dem Projekt zurück. Audi nannte nun keinen genauen Termin mehr, wann die Produktion des Fahrzeugs in Neckarsulm anlaufen soll.

„Mit der heute im Aufsichtsrat vorgestellten Planung für das Werk Hannover wird eine effiziente Belegung mit Fahrzeugen erreicht”, sagte ein VWN-Sprecher. „Zudem wird die Standortvereinbarung für Hannover bis mindestens zum Ende des Jahres 2032 verlängert.” Bisher galt sie nur bis 2029. Sorgen um die Auslastung mache er sich nicht. Mit den eigenen Modellen und weiteren Varianten davon sei der Standort „für die kommenden Jahre” gut aufgestellt.

© dpa-infocom, dpa:230929-99-381833/3

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