Windkraftunternehmen Nordex ist 2025 kräftig gewachsen
Nordex beschäftigt mehr als 11.100 Mitarbeiter. (Archivbild) Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
Auch dank stabiler Lieferketten konnte der Hersteller und Dienstleister aus Hamburg mehr Geld verdienen. Respekt habe man vor den chinesischen Wettbewerbern, sagt Firmenchef Blanco.
Hamburg/Rostock. Der Windkraftanlagenbauer Nordex, der zu den führenden Anbietern in Europa zählt, ist vergangenes Geschäftsjahr kräftig gewachsen. Das Unternehmen aus Hamburg und Rostock verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 Aufträge in Rekordhöhe, wurde profitabler und verdiente mehr Geld als im Geschäftsjahr zuvor. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor.
Firmenchef José Luis Blanco sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sind sehr stolz, dass wir Nordex nach den Schocks in der Vergangenheit wieder auf Kurs gebracht haben.“ Es sei gelungen, das Unternehmen neu zu positionieren. Blanco sagte, Nordex sei in der Vergangenheit Nischenanbieter gewesen. Das habe sich mit dem zurückliegenden Wachstum gewandelt.
Im jüngsten Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 3,5 Prozent auf 7,55 Milliarden Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wurde mit 631 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die entsprechende Marge stieg um 4,3 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent. Nach Steuern blieben 274,3 Millionen Euro - nach nur 8,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Als Gründe für das Wachstum hob Blanco stabile Lieferketten, sinkende Kosten und die steigende Profitabilität des Servicegeschäfts hervor.
Nordex fokussiert sich auf Anlagen an Land
Nordex ist 1985 gegründet worden und ist im sogenannten Onshore-Bereich tätig. Das heißt, das Unternehmen ist anders als manche Wettbewerber allein auf Windenergieanlagen an Land spezialisiert. Nordex beschäftigt mehr als 11.100 Mitarbeiter. Das international tätige Unternehmen baut und verkauft Turbinen, installiert Windräder und wartet sie im Servicegeschäft.
Blanco: Wir wachsen trotz Wettbewerbs aus China
Die weltweit größten Hersteller der Branche stammen aus China. Es handelt sich um Firmen wie Goldwind, Envision, Windey und Mingyang. Gefragt nach chinesischen Firmen, die expandieren, sagte Blanco: „Uns ist es gelungen, zu wachsen, obwohl wir im Wettbewerb zu den erfolgreichen chinesischen Firmen stehen.“ Man habe aber großen Respekt vor den Konkurrenten.
Nordex ist mit seinem Geschäft international aktiv und hat auch einen Standort im chinesischen Shanghai. Nordex fokussiert sich aber nicht auf den chinesischen und den indischen Markt, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Am meisten Umsatz erzielte Nordex 2025 in Deutschland, gefolgt von der Türkei, der Region Nordamerika und Spanien.
Der Frage, ob die EU mit Protektionismus auf die chinesischen Wettbewerber reagieren solle, wich Blanco aus. Politische Entscheidungsträger in Europa sollten beachten, dass es wichtig sei, über eigene Energieproduktion und -technologie zu verfügen, sagte Blanco. „In Zeiten geopolitischer Spannungen können wir technologische Unabhängigkeit bieten“, warb er für seine Firma.
Nordex erwartet auch 2026 Wachstum
Im neuen Geschäftsjahr erwartet Nordex anhaltend Wachstum. Prognostiziert wird eine Steigerung des Umsatzes auf 8,2 bis 9 Milliarden Euro. Die operative Marge soll zwischen 8 und 11 Prozent liegen.