UPDATE
19.06.2020, 04:33
Flüchtling stirbt bei Feuer in Fredenbeck

FREDENBECK. Ein Flüchtling (25) ist in der Nacht zu Freitag gegen 1.32 Uhr bei einem Feuer in Fredenbeck gestorben. Die Asyl-Unterkunft im Ex-Hotel "Fredenbeck" ist unbewohnbar.


(Letztes Update am 19. Juni um 9.10 Uhr: Alter des Toten hinzugefügt.)

Großeinsatz – für mehr als 80 Feuerwehrleute in einer Asyl-Unterkunft in Fredenbeck: In der Nacht zu Freitag ist ein Feuer in einer Asylunterkunft an der Dinghorner Straße ausgebrochen. In einer Wohnung im Keller des im Jahr 2015 von der Samtgemeinde Fredenbeck gekauften Hotels entdeckten die Einsatzkräfte den leblosen Körper eines Flüchtlings. Die Identität war zwischenzeitlich offen. Mittlerweile ist klar: Es handelt es sich um einen 25-jährigen Flüchtling.

Kellerwohnung stand im Vollbrand

Beim Eintreffen der fünf Ortsfeuerwehren Fredenbeck, Wedel, Deinste, Kutenholz und Mulsum habe die Wohnung im Keller bereits „im Vollbrand gestanden“, berichtete der Einsatzleiter und stellvertretende Ortsbrandmeister von Fredenbeck, Lars Beuck. Die Wohnung war total verraucht, Flammen schlugen bereits aus den Fenstern. Die enorme Hitze ließ die Scheiben bersten.


Die Feuerwehr startete einen Außenangriff, danach rückten Löschtrupps unter Atemschutz in das Gebäude vor. Während einige Kräfte das Feuer bekämpften, durchsuchten die anderen das Hotel – Raum für Raum. Dabei öffneten sie alle Türen, notfalls auch mit Gewalt. Ein Trupp entdeckte schließlich den leblosen Körper. Mehrere Feuerwehrleute brachten ihn aus der verrauchten Wohnung, sofort begannen der Notarzt und die DRK-Notfallsanitäter mit der Wiederbelebung. Vergeblich.

Rauchgasvergiftung? Todesursache ist noch offen

Der junge Mann verstarb vor Ort. Die Todesursache ist noch offen: Möglicherweise ist der Mann durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben gekommen. Das muss die Obduktion zeigen.

Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen löste nach dem Notruf umgehend einen MANV-Alarm aus. Das steht für Massenanfall von Verletzten. Acht Rettungswagen plus zwei Notärzte des Elbe Klinikums waren vor Ort.

Sechs Personen seien „wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung untersucht worden“, erklärte der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes aus der Leitstelle in Wiepenkathen, Wilfried Sprekels. Nicht alle sind in der Asyl-Unterkunft nahe des Rathauses auch gemeldet, einige Bewohner waren nicht vor Ort. 35 Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst waren neben der Feuerwehr vor Ort. Die Tatortgruppe begann mit den ersten Ermittlungen. Das Hotel, von Feuer und Rauch stark beschädigt, ist vorerst unbewohnbar. Das Gebäude wurde beschlagnahmt.


Der Fredenbecker Samtgemeindebürgermeister Ralf Handelsmann (parteilos) war vor Ort, das Ordnungsamt verteilte die Brandopfer auf andere Unterkünfte. Diese waren zeitweise im Rathaus untergebracht – für die Befragung durch die Polizei. In der Unterkunft sind überwiegend Flüchtlinge aus dem Sudan untergebracht. Wiederholt hat es hier gebrannt, es gab auch zwei Tote nach gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Die Polizei und Feuerwehr bezifferten den Schaden in der Nacht auf „vorerst“ mindestens 200 000 Euro. Die Brandursache ist noch offen.

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