„Echt Norddeutsch“: Das ändert sich gerade in den Edeka-Regalen
Mehr Sichtbarkeit für regionale Lebensmittel: Die neue Marke „Edeka Regional“ stärkt die heimische Landwirtschaft. Foto: EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG/obs
Diese Verpackungen sind kaum zu übersehen: Edeka tauscht das Label einer Eigenmarke. Das hat auch mit Äpfeln aus Jork zu tun.
Hamburg/Jork. Henning Rolker baut Äpfel und Birnen in Jork im Alten Land an – seit Generationen. Wer bei Edeka oder Marktkauf Obst aus der Region kauft, kauft vielleicht genau von ihm. Bisher war das kaum zu erkennen.
Das ändert sich jetzt: Edeka führt von diesem April an die neue Eigenmarke „Edeka Regional“ ein und macht damit auf einen Blick sichtbar, woher ein Produkt stammt.
Was sich im Regal ab sofort ändert
Das bekannte Label „Edeka Heimatliebe“ verschwindet. Ab sofort ersetzt „Edeka Regional“ alle bisherigen regionalen Kennzeichnungen – bundesweit, in allen Edeka- und Marktkauf-Märkten. Die Umstellung läuft schrittweise und betrifft zuerst Obst und Gemüse: Kernobst, Salate, Möhren, Gurken, Pilze und Spargel sind bereits mit dem neuen Label erhältlich.
In der zweiten Jahreshälfte folgen Beeren, Steinobst, Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse.
Das Neue: Auf jeder Verpackung steht künftig oben im blauen Header die genaue Herkunftsregion – „Echt Norddeutsch“, „Echt Niedersachsen“ oder der konkrete Landkreis. „Angelehnt an die Farbe eines Ortsschilds“, schreibt Edeka.
Diese Betriebe aus dem Norden stecken dahinter
Hinter „Edeka Regional“ stehen keine anonymen Großlieferanten – sondern Höfe, Manufakturen und Familienbetriebe. Einige aus dem Norden, die zur neuen Marke gehören:
- Rolker Ökofrucht – Kernobst von Familie Rolker aus Jork. Edeka hebt hier die kurzen Lieferwege hervor.
- Okerbienen – Honig aus Braunschweig in Niedersachsen. Der Honig entsteht in der Region zwischen Harz und Heide – und landet jetzt mit klarer Herkunft im Regal.
- Hofkäserei Derboven – Käse aus Warpe in Niedersachsen. Handwerklich hergestellter Käse aus einem kleinen Betrieb in der Diepholzer Geest.
- WeserBio – Gemüse aus Steyerberg in Niedersachsen. Bio-Gemüse aus der Wesermarsch.
- Hannoversche Kaffeemanufaktur – Röstung und Veredelung passieren direkt in Hannover.
Weitere Lieferanten kommen aus ganz Norddeutschland und Deutschland – darunter Weingut Born aus Sachsen-Anhalt, Lobetaler Bio aus Brandenburg und Lippe regional aus Nordrhein-Westfalen.
Wie wird geprüft, ob es wirklich regional ist?
„Regional“ ist kein geschützter Begriff – Edeka setzt deshalb auf das „Regionalfenster“, ein seit zwölf Jahren etabliertes Zertifizierungssystem. Es zeigt transparent, woher ein Produkt stammt und welcher Anteil der Wertschöpfung in der Region bleibt. Einige Produkte tragen zusätzlich staatliche Siegel wie „Geprüfte Qualität – NRW“ oder „Geprüfte Qualität – Bayern“.
Rund ein Drittel des Edeka-Sortiments stammt traditionell aus regionaler oder lokaler Erzeugung. Die neue Marke macht das jetzt einheitlich sichtbar – statt wie bisher mit einem Flickenteppich verschiedener Labels.
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