Stader Drogenrazzia mit 100 Einsatzkräften – Zwei Festnahmen
Die mutmaßliche Bande soll mit mindestens 34 Kilo Kokain gehandelt haben. (Symbolbild) Foto: Vennenbernd/dpa
Vier Verdächtige geraten in einem „Clan-Verfahren“ ins Visier der Polizei – einer von ihnen soll die Geschäfte sogar aus dem offenen Vollzug weiterbetrieben haben. Ein Großaufgebot greift durch – nicht nur in Stade.
Stade. Beinahe aktuell kein Tag ohne Stader Kriminalitätsschlagzeilen: Bei einer Drogenrazzia haben Ermittler jetzt 14 Objekte in Niedersachsen durchsucht und zwei Verdächtige festgenommen. Die 21 und 35 Jahre alten Beschuldigten sitzen unterdessen in Untersuchungshaft, wie Polizeiinspektion und Staatsanwaltschaft Stade mitteilten. Von einem „Clan-Verfahren“ ist die Rede. Die Ermittlungen würden seit Herbst vergangenen Jahres geführt, jetzt der Zugriff.
Mehr als 100 Einsatzkräfte aus verschiedenen Dienststellen der Polizei hätten am Montagabend zeitgleich von 17 bis 23 Uhr Objekte in Stade, Hammah, Zeven, Lehrte, im Bereich Lüchow-Dannenberg und in Hechthausen durchsucht, hieß es. Sie fanden demnach rund 310 Gramm Kokain, rund 400 Gramm Marihuana, rund 80 Ecstasy-Tabletten sowie etwa 67.500 Euro Bargeld und viel Goldschmuck.
Hauptbeschuldigter einschlägig vorbestraft
Nach derzeitigem Ermittlungsstand wird einer Gruppierung mit insgesamt vier Verdächtigen im Alter von 21 bis 44 Jahren der Handel mit mindestens 34 Kilogramm Kokain zur Last gelegt. Die Droge soll mit einem monatlichen Absatz von vier Kilogramm in den Landkreisen Stade, Rotenburg, Lüchow/Dannenberg und Cuxhaven verkauft worden sein.
Der Hauptbeschuldigte habe den Kokainhandel organisiert, während er eine 2022 verhängte Haftstrafe wegen Betäubungsmittelhandels verbüßte, hieß es. Er befand sich demnach im offenen Vollzug.
Amtsrichter erlässt U-Haftbefehl
Zwei Beschuldigte wurden am Montag zunächst vorläufig festgenommen und in den Stader Polizeigewahrsam eingeliefert. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade erfolgte dann am Dienstagabend die Vorführung vor dem Haftrichter beim Amtsgericht Stade.
Der Richter erließ nach der Anhörung zwei Untersuchungshaftbefehle. Die beiden Männer sind in eine niedersächsische Justizvollzugsanstalt gebracht worden. (dpa/pm)
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