Verschuldet und betrogen: Frau verliert mehr als 30.000 Euro
Die 60-Jährige aus Schiffdorf hat einen Kredit aufgenommen, um weitere Zahlungen leisten zu können. Foto: Monika Skolimowska/dpa
60-Jährige aus dem Kreis Cuxhaven ist kein Einzelfall. Wovor die Polizei derzeit warnt.
Cuxhaven/Schiffdorf. Immer wieder kommt es vor, dass Bürgerinnen und Bürger mit dem Versprechen des „schnellen Geldes“ zu einem vermeintlich sicheren Investment angelockt werden. Betrüger verursachen dabei schnell Tausende Euro Schaden.
Im Internet finden sich unzählige Angebote für Geldanlagen aus verschiedenen Bereichen, oft sogenannte Kryptowährungen. Die Polizei warnt Bitcoin, Ethereum, Solana, Ada und unzählige andere versprechen „Renditen von mehreren 1000% in kürzester Zeit“. Als Masche könnten ebenfalls verschiedene Fonds oder andere Angebote aufgeführt werden. Sollen Gewinne ausgeschüttet werden oder werden Nachfragen gestellt, werden immer wieder Ausreden vorgeschoben oder weitere Gebühren verlangt.
Hoher Schaden durch Anlagenbetrug in Schiffdorf
Was oft zu schön klingt um wahr zu sein, ist auch oft nicht wahr, sagt Cuxhavens Polizeisprecher Stephan Hertz und berichtet von einem aktuellen Fall dieser Woche. Am Dienstag erstattete eine 60 Jahre alte Frau in Schiffdorf Anzeige. Sie habe insgesamt mehr als 30.000 Euro überwiesen. Dabei habe sich die Frau auch verschuldet, ein Bankdarlehen aufgenommen, um weitere Zahlungen zu tätigen. „Nicht selten sind durch solche Betrugsaktionen ganze Lebensexistenzen bedroht“, sagt Stephan Hertz.
Zudem ist eine hohe Dunkelziffer zu befürchten, da gerade bei kleineren Beträgen viele Opfer aus Scham nicht zur Polizei gehen.
Die Täter säßen zumeist im Ausland. Über gefälschte Trading-Plattformen im Internet, über soziale Medien, Fake-Nachrichtenseiten oder -Werbung mit Prominenten treten die Täter an interessierte Anleger heran. Auch Dating-Portale werden genutzt, um potenzielle Anleger für angeblich lukrative Geldanlagen in Kryptowährungen zu gewinnen, nachdem zuvor ein luxuriöser Lebensstil auf Basis dieser Anlagen suggeriert wurde.
Betrug: Wie man sich schützen kann
Wer sich vor einem Anlage-Betrug schützen will, sollte vor allem skeptisch sein. Traumrenditen und Angebote mit überdurchschnittlichen Gewinnen seien „hochgradig verdächtig“, heißt es von der Polizei-Beratung. Unbekannten solle kein Zugriff auf Computer oder Smartphone gewährt werden - legale Finanzberater nutzten keine Fernwartungssoftware zur Produktberatung.
Unerwünschte Anrufe sollte man beenden und keine persönlichen Daten preisgeben, außerdem sollte man vor einer Investition mit der Hausbank sprechen.
Blaulicht
Wieder Welle an Betrugsanrufen in Stade
Eine neue Betrugsvariante seien vorgetäuschte Rückerstattungen: Dabei erhielten Betroffene Nachrichten angeblicher Organisationen, die mit Rückzahlungen werben, mit offiziell klingenden Formulierungen wie: „Gemäß den Anforderungen der Bafin haben Sie Anspruch auf eine Rückerstattung.“ Auch dabei handelt es sich laut Polizei um Betrug und den Versuch, den Betroffenen noch mehr Geld zu entlocken oder Zugriff auf ihre Geräte und Konten zu erhalten.
Umgehend Anzeige erstatten
Ist man bereits auf Betrüger hereingefallen, riet die Polizei, umgehend Anzeige zu erstatten, die Bank oder den Kreditkartenanbieter zu informieren, um eine Rückabwicklung oder Sperren prüfen zu lassen und Beweise zu sichern, etwa mit Screenshots von Chat- oder E-Mail-Verläufen. Zugänge sollten geschützt und Passwörter geändert, eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentisierung aktiviert sowie Fernzugriffs-Software entfernt werden.
Auch die Polizei fordere niemals Geld, um etwa Rückerstattungen zu beschleunigen, warnte die Behörde. Wer derartige Aufforderungen erhalte, solle nicht zahlen und sich sofort an die Polizei wenden. (dpa/tip)
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