Zähl Pixel
Windenergie

Rund acht Prozent mehr Windstrom aus der Nordsee

Im vergangenen Jahr sind auf der Nordsee 20,8 Terawattstunden Windstrom produziert worden - rund acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. (Archivbild)

Im vergangenen Jahr sind auf der Nordsee 20,8 Terawattstunden Windstrom produziert worden - rund acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. (Archivbild) Foto: Sina Schuldt/dpa

Im vergangenen Jahr sind in der Nordsee 20,8 Terawattstunden Windstrom produziert worden. Rechnerisch reicht das für den Jahresbedarf von rund 6,5 Millionen Haushalten.

Von dpa Sonntag, 26.01.2025, 07:00 Uhr

Hamburg. Die für die Energiewende wichtigen Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee haben im vergangenen Jahr rund acht Prozent mehr Strom geliefert als 2023. Insgesamt seien 20,8 Terawattstunden (TWh) Windenergie an Land übertragen worden, teilte der Netzbetreiber Tennet der Deutschen Presse-Agentur mit. Im Jahr zuvor seien es noch 19,24 TWh gewesen. Mit den 20,8 TWh Strom könnte rein rechnerisch der Jahresbedarf von rund 6,5 Millionen Haushalten gedeckt werden.

Die gesamte Windstromerzeugung an Land und auf See in Deutschland bezifferte Tennet 2024 auf rund 150 TWh. Der Anteil des Nordseestroms lag dabei wie schon im Jahr zuvor bei rund 14 Prozent. Die Windanlagen in der Ostsee wiederum - sie liegen im Netzgebiet der Firma 50 Hertz - erzeugten nach Tennet-Angaben im vergangenen Jahr 4,89 TWh - 0,72 TWh mehr als 2023.

Kapazität an Nord- und Ostsee um fast 760 Megawatt gestiegen

Die Kapazität der Windparks in der deutschen Nordsee sei im vergangenen Jahr um 281 Megawatt auf 7.387 Megawatt gestiegen. Der höchste Einspeisewert sei am 14. Juli mit 6.291 Megawatt gemessen worden. Die installierte Leistung der Windenergieanlagen in der Ostsee bezifferte Tennet auf 1.828 Megawatt - 476 Megawatt mehr als 2023.

Um mehr Windstrom auf der Nordsee günstiger produzieren zu können, fordert Tennet Germany-Chef Tim Meyerjürgens eine bessere Flächennutzung. „Nicht die installierte Leistung, sondern der tatsächliche Energieertrag muss das Ziel sein, um gleichzeitig die Kosten so gering wie möglich zu halten“, sagte er. So ließen sich durch einen intelligenten Neuzuschnitt der Flächen auf Basis eines Energieziels Kosten im zweistelligen Milliardenbereich einsparen. „So könnten die Netzentgelte entlastet und der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt werden“, sagte Meyerjürgens.

Scharfe Kritik vom Umweltverband Nabu

Diese auch vom Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) vertretene Position ist jedoch bereits auf scharfe Kritik gestoßen. „Als Konsequenz von Windschatteneffekten und Ertragseinbußen durch eine viel zu dichte Bebauung der Nordsee mit Windkraftanlagen sollen nun etablierte Planungs- und Umweltkriterien abgeschafft werden“, klagte etwa der Leiter Meeresschutz bei der Umweltorganisation Nabu, Kim Detloff. Hier scheine es nicht mehr um naturverträglichen Klimaschutz, sondern um Gewinnmaximierung zu gehen. 

„Die Schäden an den Ökosystemen laufen völlig aus dem Ruder“, warnte Detloff. Es brauche nicht mehr, sondern weniger Belastung der Nord- und Ostsee.

H
Helmut Erb
26.01.202514:29 Uhr

Auf dpa ist Verlaß, wenn Propaganda für die „Erneuerbaren“ verbreitet werden soll. Ärgerlich ist, daß auch Tennet Nebelkerzen wirft, denn dort weiß man es wirklich besser.
Interessant ist nicht, wie viele Haushalte rechnerisch versorgt werden könnten, sondern wie viele Haushalte, Kliniken, Sägewerke und Redaktionen tatsächlich versorgt werden: Niemand wird versorgt. Das ist die unbequeme Wahrheit.
Interessant ist nicht der höchste Einspeisewert, sondern der niedrigste. Und der beträgt immer mal wieder null Megawatt. Nix. Nada. Und niemand kann es ändern.
Interessant wäre, wie viel Offshorestrom abgeregelt wurde, und wie hoch die Kosten dafür waren. Da kommen pro Jahr leicht mehr als eine Milliarde EURO zusammen, die von den Stromkunden zu zahlen sind - ohne Gegenleistung.
Interessant ist, daß Windräder auch offshore immer mit dem allgemeinen Stromnetz verbunden sind. Bei Flaute fließt der Strom, zuverlässig erzeugt von Kraftwerken, allerdings in die falsche Richtung. So sind Windräder jederzeit auf Kraftwerke angewiesen, während auf Windenergie jederzeit verzichtet werden kann.

J
Jochen Mextorf antwortete am
26.01.202515:41 Uhr

Ohne Gegenleistung. Dass dies in einer Republik, einem Rechtsstaat möglich ist, zeigt, wie der Bürger offiziell ausgeplündert wird. Und die Akteure werden auch noch gewählt.

J
Jochen Mextorf
26.01.202507:07 Uhr

Hier hat man wieder Fachkompetenz eingespart bei Erstellung des Beitrages. Der "Einspeisewert" vom 14. Juli bedarf der Definition > MWh.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Olympia-Umfrage: Mehrheit in Hamburg skeptisch

2015 haben sich die Hamburgerinnen und Hamburger gegen eine Bewerbung für die Olympische Spiele ausgesprochen. Der Senat will einen neuen Anlauf unternehmen. Eine Umfrage liefert ein Stimmungsbild.