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Betrug bei Gartenarbeiten: Stader Polizistin verrät, wie man sich schützt

Ein Mann schneidet eine Hecke mit einer Motorsäge. Worauf man bei Anbietern von Gartenarbeiten achten muss, verrät die Polizei Stade.

Ein Mann schneidet eine Hecke mit einer Motorsäge. Worauf man bei Anbietern von Gartenarbeiten achten muss, verrät die Polizei Stade. Foto: FRAEM GmbH/Unsplash

Die Gartensaison hat begonnen - doch wer sich Hilfe für die Gartenarbeit holt, sollte einiges beachten. Die Polizei warnt vor Betrügern im Landkreis Stade - und gibt Tipps, wie man sie erkennt.

Von Redaktion Donnerstag, 26.03.2026, 05:50 Uhr

Stade. Die Hecken müssen geschnitten, Beete vorbereitet und Wege gereinigt werden. Manch einer freut sich über spontane Hilfe bei der Gartenarbeit. Doch nicht immer geht das gut.

Warum der Arbeitsauftrag an der Haustür keine gute Idee ist

„Auf den ersten Blick wirkt es passend, wenn plötzlich jemand klingelt und genau diese Arbeiten anbietet“, sagt Marlin Heintsch, Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Stade. Die Personen bieten beispielsweise Gartenarbeiten, das Pflastern von Auffahrten oder die Reinigung von Dächern an. „Doch genau hier ist größte Vorsicht geboten“, warnt die Präventionsbeauftragte.

Solche unangekündigten Angebote an der Haustür seien in der Regel unseriös und stünden häufig im Zusammenhang mit Betrugsdelikten. „Hinter diesen sogenannten Haustürgeschäften steckt oft das Ziel, schnell Aufträge zu generieren, im Verlauf massiv überhöhte Preise durchzusetzen oder sich Zugang zum Haus zu verschaffen, um dort Wertgegenstände zu entwenden“, sagt Heintsch.

„Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen“

Die Polizistin empfiehlt:

  • Solche Angebote konsequent ablehnen.
  • Nicht unter Druck setzen lassen, auf keinerlei spontane Vereinbarungen eingehen.
  • Wer Unterstützung im Garten benötigt, sucht sich selbst aktiv und in Ruhe ein geeignetes Unternehmen aus.

Woran erkennt man seriöse Dienstleister?

Doch auch dabei kann man an leicht die Falschen geraten. „Betroffene berichten von plötzlich stark steigenden Preisen, aggressivem Verhalten oder Diebstählen aus dem Haus“, sagt die Präventionsbeauftragte.

Wer Garten- und andere Hilfen beschäftigen möchte, sollte sorgfältig prüfen, mit wem er einen Auftrag vereinbart.

Vor der Beauftragung: Über Preise informieren

Denn nach Angaben der Polizei nutzen viele unseriöse Anbieter Kleinanzeigen, in Zeitungen oder online, um auf sich aufmerksam zu machen. „Diese Anzeigen sind oft anonym gestaltet und enthalten lediglich eine Telefonnummer sowie ein knappes Leistungsangebot“, berichtet Heintsch.

Wer im Internet nach einem Dienstleister sucht, sollte darauf achten, dass das Unternehmen über eine seriöse Website verfügt, rät die Polizistin. Ein vollständiges Impressum ist Pflicht.

Ebenso empfiehlt es sich laut Heintsch, sich vorab über branchenübliche Preise zu informieren: „Ein deutlich günstiger oder ungewöhnlich vager Preis sollte skeptisch machen“.

Kunden sollten bereits beim ersten Kontakt darauf bestehen, dass die Arbeiten mit ordnungsgemäßer Rechnung durchgeführt werden. Werde gezielt auf Schwarzarbeit gedrängt, sei dies ein klares Zeichen für Unseriosität.

Wenn die Arbeiter vor der Tür stehen: Klare Absprachen treffen

Die Polizistin rät dazu, auch nach der Beauftragung den vereinbarten Preis noch einmal konkret anzusprechen, wenn die Dienstleister vor Ort erscheinen: „Stellen Sie klar, dass die Arbeiten auf Grundlage des Kostenvoranschlags erfolgen und zusätzliche Kosten nur nach vorheriger Absprache akzeptiert werden“.

Ratsam sei auch, bei den geleisteten Zahlungen auf eine Quittung zu bestehen. Die Polizistin empfiehlt zudem, von Anfang an eine Vertrauensperson hinzuzuziehen. Das könne abschreckend wirken.

Auch an der Haustür gibt es ein Widerrufsrecht

„Bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen sowie bei Fernabsatzverträgen steht Verbrauchern grundsätzlich das Recht zu, den Vertrag ohne Angabe von Gründen zu widerrufen“, klärt Marlin Heintsch auf.

Das bedeutet:

  • Haben die Arbeiten noch nicht begonnen, kann man den Vertrag vollständig widerrufen - es entstehen dem Kunden keine Kosten.
  • Haben die Arbeiten bereits begonnen, muss der Dienstleister für die bis dahin erbrachten Leistungen bezahlt werden.
  • Voraussetzung ist jedoch eine ordnungsgemäße und nachvollziehbare Rechnung.

Fehlt die Rechnung oder wird eine Barzahlung ohne Beleg gefordert, ist aus Sicht der Beamtin höchste Vorsicht geboten.

Warnsignale erkennen und richtig reagieren

Das gilt auch, wenn direkt am Anfang schon Anzahlungen verlangt werden, noch bevor die Tätigkeiten überhaupt begonnen haben. Bei großen, sehr umfangreichen Arbeiten könne eine Zwischenzahlung vereinbart werden, bei kleineren Gartenarbeiten oder überschaubaren Projekten sei dies aber unüblich.

Ein deutliches Alarmsignal ist laut Heintsch auch, wenn während der Arbeiten plötzlich immer höhere Preise verlangt werden, sich das Verhalten der Mitarbeiter von freundlich zu aggressiv ändert oder Druck aufgebaut wird. „In solchen Fällen: Widerrufen Sie den Vertrag und beenden Sie die Zusammenarbeit“, rät die Präventionsbeauftragte.

Betroffene sollten sich nicht scheuen, die Polizei zu verständigen. Wer solch einem Verhalten ausgesetzt ist, kann sich mit einem Rückzug ins Haus auch räumlich von den Personen trennen.

Schutz vor Diebstahl: Nie ohne Aufsicht ins Haus

„Lassen Sie fremde Personen niemals unbeaufsichtigt in Ihr Haus“, sagt Marlin Heintsch. Auch wenn mehrere Arbeiter vor Ort sind, sollte stets sichergestellt sein, dass niemand unkontrolliert durch die Räume geht, um keine Gelegenheiten für Diebstähle zu schaffen.

„Bleiben Sie wachsam“

Dennoch: „Mit klaren Absprachen, guter Vorbereitung und einem gesunden Maß an Aufmerksamkeit lassen sich viele Risiken vermeiden“, ist Heintsch überzeugt.

  • Unangekündigte Angebote an der Haustür sollten konsequent abgelehnt werden.
  • Dienstleister immer selbst und erst nach sorgfältiger Prüfung beauftragen.
  • Auf transparente Preise achten.
  • Auf eine ordnungsgemäße Rechnung bestehen, sich nicht auf Barzahlungen ohne Beleg einlassen.

Bei weiteren Fragen zu Betrugsmaschen im Bereich Dienstleistungen rund ums Haus ist die Stader Präventionsbeauftragte Marlin Heintsch unter 04141/ 102109 erreichbar. (set)

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