Glätteunfälle im Landkreis Harburg – Mann von rutschendem Auto gequetscht
Bei dem Versuch, das Auto einen Berg hinaufzuschieben, wurden zwei Menschen in Buchholz (Kreis Harburg) verletzt (Symbolbild). Foto: KoolShooters / pexels
Am Montag waren die Einsatzkräfte im Kreis Harburg mehrfach gefordert: Wegen Glätte kam es zu diversen Unfällen auf Straßen und Autobahn. In Buchholz endete eine Hilfsaktion im Krankenhaus.
Landkreis Harburg. Der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg, Jan Krüger, berichtet von diversen Einsätzen im Landkreis Harburg am Montag, 16. Februar:
Buchholz: Auto geschoben und schwer verletzt
Am frühen Montagabend gegen 17.05 Uhr blieb eine Frau mit ihrem Wagen in Buchholz auf glatter Fahrbahn stehen - auf den letzten Metern einer Anhöhe des Wilhelm-Raabe-Wegs.
Sie versuchte, den Wagen weiter nach oben zu schieben. Ein 28-jähriger Autofahrer stieg aus und wollte ihr dabei helfen. „Der Wagen der Frau geriet jedoch wieder rückwärts ins Rollen“, teilt Krüger mit.
Dabei rollte das Auto über einen Fuß der 45-Jährigen. Der 28-Jährige wurde gegen eine Garagenwand gedrückt, bevor sich das Auto drehte und in einem Gebüsch stehen blieb.
Der Mann wurde schwer verletzt und kam ins Krankenhaus. Die Frau musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden.
Sechs Verletzte nach Unfall auf A7
Der erste Unfall auf der A7 ereignete sich gegen 16.50 Uhr in Höhe Toppenstedt. „Auf der Fahrbahn in Richtung Hamburg verlor ein 27-jähriger Mann die Kontrolle über seinen Ford Galaxy und geriet ins Schleudern“, sagt der Harburger Polizeisprecher.
Der Wagen prallte auf dem mittleren Fahrstreifen gegen den VW Golf eines 57-jährigen Mannes. Anschließend blieb der Ford auf dem Seitenstreifen stehen.
Ein nachfolgender 62-jähriger Lkw-Fahrer stieß mit seinem Lastwagen gegen den stehenden Ford Galaxy und schob ihn gegen den VW ID.3 eines 81-jährigen Mannes.
Der Fahrer des Ford Galaxy sowie fünf weitere Insassen im Alter von 31 bis 36 Jahren wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Sie kamen für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 19.000 Euro.
Überholmanöver geht schief – A7 stundenlang gesperrt
Gegen 20.45 Uhr kam es in Fahrtrichtung Süden zwischen den A7-Anschlussstellen Egestorf und Evendorf zu einem weiteren Unfall. Ein 40-jähriger Mann wollte mit seinem Lkw-Gespann zum Überholen ausscheren. Dabei geriet der Lkw auf der vereisten Fahrbahn ins Schleudern, rutschte über die Fahrbahn, stieß zuerst gegen die Mittel-, dann gegen die Außenschutzplanke und kam quer zur Fahrbahn zum Stehen. Das Gespann blockierte alle Fahrstreifen.
Der nachfolgende 58-jährige Fahrer eines Sattelzugs konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und kollidierte mit dem zwischen den Schutzplanken eingeklemmten Gespann. Dabei verletzte sich der 58-Jährige leicht.
Die Autobahn musste für die Bergungsarbeiten voll gesperrt werden. Zudem hatte sich Dieselkraftstoff über die Fahrbahn ergossen, so dass diese nach dem Abschleppen der Lkw noch gewaschen werden musste. Die Vollsperrung dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.
Lkw-Gespann kippt auf A7 um
Auf der Gegenfahrbahn kam es gegen 21.15 Uhr zwischen den Anschlussstellen Egestorf und Garlstorf zu einem Lkw-Unfall. Auch hier war es ein Lkw mit Anhänger, der auf der winterglatten Fahrbahn ins Schleudern geriet. „Der 55-jährige Fahrer verlor die Kontrolle, der Lkw kollidierte mit der Mittelschutzplanke und verkeilte sich“, so Krüger. Der Anhänger schleuderte gegen die Außenschutzplanke und kippte um. Der Lkw hatte Gefahrgut geladen, dieses war jedoch nicht ausgetreten.
Die Fahrbahn in Richtung Norden war für rund zwei Stunden blockiert. Der Verkehr konnte später einspurig an der Unfallstelle vorbeigeführt werden, für die abschließende Bergung musste eine erneute Vollsperrung eingerichtet werden. Auch diese Aufräumarbeiten zogen sich durch die Nacht. Im Rückstau ereigneten sich laut Harburgs Polizeisprecher noch mehrere leichte, glättebedingte Folgeunfälle.
Die Polizei schätzt den Sachschaden bei den beiden Lkw-Unfällen auf rund 200.000 Euro.
Passat und Golf stoßen zusammen
Auf dem Karlsteinweg (K31) in Appel stießen am Montag zwei entgegenkommende Fahrzeuge zusammen. Eine 87-jährige Frau war mit ihrem VW Golf in Richtung Eversen unterwegs, als sie mit dem VW Passat eines entgegenkommenden 62-jährigen Mannes zusammenstieß. Beide Beteiligten verletzen sich bei dem Unfall leicht. Sie kamen in Krankenhäuser.
Die beiden Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. „Wer den Unfall verursacht hat, indem er in die Gegenfahrspur gefahren war, ist noch unklar“, teilt Harburgs Polizeisprecher mit.
Glätteunfälle im Kreis Cuxhaven
Auch im Landkreis Cuxhaven sorgte das Wetter für Probleme, wie der Sprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, Stephan Hertz, mitteilt.
Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Geestland kam es demnach am Montag zu 22 Glätteunfällen. „Eine winterglatte Fahrbahn in Verbindung mit zu geringen Sicherheitsabständen, Fehlern beim Überholen oder nicht angepasste Geschwindigkeit waren die Ursache“, berichtet Hertz.
Glücklicherweise wurden dabei nur wenige Personen verletzt, und diese auch nur leicht. Hauptsächlich handelte es sich um Blechschäden.
Die Polizei appelliert an die Verkehrsteilnehmer, weiterhin den Witterungsverhältnissen entsprechend angepasst zu fahren. (pm/set)
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