Zähl Pixel
Kriegsflüchtlinge

Wagenknecht beklagt Leistungsmissbrauchsfälle bei Ukrainern

Im Oktober aus der Linken ausgetreten und bereitet die Gründung einer eigenen Partei vor: Sahra Wagenknecht.

Im Oktober aus der Linken ausgetreten und bereitet die Gründung einer eigenen Partei vor: Sahra Wagenknecht. Foto: Heiko Rebsch/dpa

Die Klage über „Sozialtourismus“ von Ukrainern hatte vor etwa einem Jahr bereits CDU-Chef Merz erhoben. Jetzt beklagt auch Wagenknecht Missbrauchsfälle bei Sozialleistungen für ukrainische Flüchtlinge.

Von dpa Freitag, 10.11.2023, 15:25 Uhr

Berlin. Die frühere Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht beklagt Fälle von Sozialleistungsmissbrauch ukrainischer Kriegsflüchtlinge. „Wenn Ukrainer in ihre Heimat zurückfahren, dort faktisch leben, und nur herkommen, um die Leistung zu bekommen, dann stehen da große Fragezeichen“, sagte Wagenknecht den Sendern RTL/Ntv.

„Ich kenne konkrete Fälle. In meiner Heimatstadt wurden ganze Häuser angemietet für ukrainische Flüchtlinge und die Nachbarn haben sich gewundert, dass da niemand ist“, sagt sie. Sie wolle aber „nicht pauschalisieren“.

Die Klage über „Sozialtourismus“ von Ukrainerinnen und Ukrainern hatte vor etwa einem Jahr bereits CDU-Chef Friedrich Merz erhoben. Später schränkte er ein, es seien nur Einzelfälle. Deutschland hat etwa eine Million Menschen aus dem von Russland angegriffenen Land aufgenommen, die bei dauerhafter Anwesenheit und Erreichbarkeit für ihr Jobcenter in Deutschland Grundsicherung beziehen können.

Wagenknecht ist im Oktober aus der Linken ausgetreten und bereitet die Gründung einer eigenen Partei vor, mit der sie bei der Europawahl 2024 antreten will. In dem Fernsehinterview argumentierte sie - ähnlich wie die Union - auch dafür, Leistungen für abgelehnte Asylbewerber weiter zu kürzen: „Wer keinen Asylanspruch hat, soll nur noch sehr minimal Leistung bekommen.“ Es seien nicht die Ärmsten der Armen, die nach Deutschland kämen, denn „die können keine Schleuser bezahlen“, meinte Wagenknecht. Deutschland müsse das Signal in die Welt senden: „Wir schaffen es nicht mehr.“

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Kiew wirft Budapest Geiselnahme und Diebstahl vor

Zwischen dem als prorussisch geltenden ungarischen Regierungschef Orban und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj gibt es seit langem Spannungen. Nun droht sich der Streit gefährlich hochzuschaukeln.

Was geschah am 6. März?

Tag für Tag gibt es Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, an die erinnert werden soll.

Bundestag beschließt Bürgergeld-Reform

Mehr Druck, härtere Sanktionen: Das Parlament setzt einen Schlusspunkt hinter monatelange Reformdebatten. Auf Millionen Menschen im Bürgergeld kommen Verschärfungen zu.