Hund in Tierklinik: Unbekannte legen Wurststücke mit Angelhaken aus
Einer der ausgelegten Köder wurde sichergestellt. Foto: Polizeiinspektion Harburg
Im Landkreis Harburg wurden am Junkerfeldsee mit Angelhaken gespickte Wurststücke ausgelegt. Ein Hund tappte in die Falle.
Seevetal. Im Bereich der Spazierwege am Junkerfeldsee in Seevetal sind nach Angaben der Polizeiinspektion Harburg am Sonntag und Montag mehrere mit Angelhaken gespickte Wurststücke gefunden worden. „In einem Fall hatte ein Hund einen Köder gefressen und musste anschließend in einer Tierklinik behandelt werden“, berichtet Polizeihauptkommissar Jan Krüger.
Die Polizei geht davon aus, dass jemand die präparierten Wurststücke vorsätzlich entlang des beliebten Spazierweges ausgelegt hat, um den Tieren Leid zuzufügen. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.
Die Beamten suchen Zeugen, denen in diesem Zusammenhang verdächtige Personen aufgefallen sind. Weiterhin werden Hundehalterrinnen und Hundehalter gebeten, sehr wachsam zu sein, wenn sie mit ihren Tieren in dem Naturschutzgebiet unterwegs sind. Weitere Köder sollten der Polizei gemeldet werden, damit die Beamten diese vor Ort sichern können. Die Nummer der Polizei Seevetal lautet 04105 6200.
„Wurstköder“ im Buxtehuder Stadtpark gefunden
Mitte Oktober 2025 gab es einen ähnlichen Fall in Buxtehude: Eine 53-Jährige hat einen mutmaßlichen Giftköder bei der Buxtehuder Polizei abgegeben.
Im Stadtpark hatte ihr Hund einen der Köder gefressen, die Halterin hatte weitere entdeckt. „Die Hundehalterin begab sich mit ihrem Hund sofort zum Tierarzt, wo dieser dann entsprechende Medikamente erhielt“, teilt der Sprecher der Polizeiinspektion Stade, Rainer Bohmbach, mit.
Nach Angaben der Polizei hatten Unbekannte in Buxtehude die Wurstköder offenbar in frisch aufgewühlte Maulwurfshügel gesteckt. „Gegen Abend wurde bei einer Absuche im Park im gleichen Bereich noch ein weiterer Köder in einem Maulwurfshügel gefunden“, sagte der Polizeisprecher im Oktober.
Schutz gegen Hunde-Giftköder: Erziehung ist das Wichtigste
Der Schreck ist groß, wenn der eigene Hund beim Gassigehen Opfer eines Giftköders wird. Mitunter sind diese extra als Leckerbissen getarnt, etwa als Stückchen Wurst, das zuvor mit einer giftigen Substanz behandelt wurde.
Weil solche Fallen nicht einmal für Menschen immer erkennbar sind, kann man auch seinem Hund nicht beibringen, Gefährliches von Ungefährlichem zu unterscheiden, so der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH).
Goldene Regel: Nichts einfach fressen
Wer sein Tier schützen möchte, sollte das daher am besten über eine ganz grundsätzliche Regel in der Erziehung tun: „Die goldene Regel ist, dass Ihr Hund nur frisst, was Sie ihm erlauben“, sagt Hundetrainerin Sonja Meiburg-Baldioli gegenüber dem IVH. Das heißt: Egal, wie schmackhaft etwas erscheint, der Hund muss zuerst anzeigen, dass er etwas gefunden hat, und darf es nicht einfach aufnehmen, geschweige denn fressen.
Als Halter oder Halterin kann man sich das fragliche Objekt dann erst einmal in Ruhe ansehen. Mit einem Leckerli kann man seinen Hund belohnen, wenn er sich an diese Regel hält. So wird er sie noch mehr verinnerlichen.
Beim Erlernen der Regel sollte man seinem Hund nichts hektisch wegnehmen, was er gefunden hat. Denn er könnte daraus die Schlussfolgerung ziehen, einen Fund beim nächsten Mal lieber schnell herunterzuschlucken.
Schützt auch vor giftigen Pflanzen
Dieser Grundsatz schützt Hunde nicht nur vor vorsätzlich gelegten Giftködern, sondern auch vor Gift, das für Ratten bestimmt war, oder gefährlichen Pflanzen. Fingerhut, Oleander, Efeu, Kirschlorbeer und Rhododendron etwa können laut dem IVH für Hunde schädlich sein. Auch auf Zwiebeln, Knoblauch und unreifen Tomaten sollten die Vierbeiner ebenfalls besser nicht herumkauen.
Die Regel „nichts unerlaubt fressen“ sollten Sie also auch im eigenen Garten durchsetzen. Tipp: Doppelt sichern Sie Ihren Hund hier ab, wenn Sie Gemüse geschützt im Hochbeet anbauen.
(tom/pm/dpa)
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